Die Hunderasse Deutscher Schäferhund

In unserer Reihe „Rassebeschreibungen ungeschönt“ möchten wir dir im Laufe der Zeit einige beliebte Hunderassen vorstellen. Wichtig ist zu wissen, dass eine Rassebeschreibung ein von Menschen erdachtes Idealbild darstellt. Das heißt, dass nicht jeder Rassehund seiner Rassebeschreibung entspricht. Jeder Hund ist ein Individuum. Außerdem solltest du wissen, dass manche Rasseeigenschaften auf dem Papier zwar ganz nett klingen, in Wirklichkeit aber je nach Lebenssituation des Hundes zu unerwünschten Verhaltensweisen führen können. Hey Fiffi-Trainerin Daniela Maletzki hat da mal was zu „ihrer“ Rasse, dem Deutschen Schäferhund, zusammengefasst.

Deutscher Schäferhund
Bildquelle: Lara Meiburg Photographie

Deutscher Schäferhund – FCI: Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde), Sektion 1: Schäferhunde. Die Vorfahren des Deutschen Schäferhundes waren kurz- und stockhaarige Hütehundschläge aus Deutschland. Diese Hunde hatten nicht ausschließlich die Aufgabe, die Herden zu treiben, sondern sie sollten auch den Hirten selbst und sein Hab und Gut bewachen und beschützen. Als Begründer der Rasse Deutscher Schäferhund gilt der Rittmeister Max von Stephanitz. Der erste Rassestandard entstand im Jahre 1891, im April 1899 wurde der Verein für Deutsche Schäferhunde gegründet.

Der DSH und sein Ruf

Heutzutage ist der DSH eine der weltweit populärsten Rassen und gilt als vielseitig einsetzbarer Allrounder. Fast jeder (er)kennt den Deutschen Schäferhund und so hat auch fast jeder eine Meinung über ihn. Diese Meinungen reichen oft weit auseinander und es lassen sich häufig zwei Extreme finden. Die einen lieben, die anderen fürchten ihn und machen lieber einen großen Bogen um ihn. Man muss sich darüber im Klaren sein: Der DSH hat oftmals einen schlechten Ruf.

Was in der Wesensbeschreibung steht

Schaut man sich Beschreibungen zu Wesen und Charakter des DSH an, trifft man immer wieder (wenn auch unterschiedlich formuliert) auf folgende Aussagen: Der DSH ist (hoch)intelligent und lernwillig, aufmerksam, nervenfest (ausgeglichen), selbstsicher (mutig), außerhalb einer Reizlage gutartig, dabei wachsam, er beschützt Familie, Haus und Hof. Oft liest man auch davon, dass der DSH Wach-, Wehr- und Schutztrieb besitzt, sich aber bei fortdauernder, konsequenter Erziehung trotz seiner Härte führig zeigt und seinem Besitzer (oft ist noch von “seinem Herren“ die Rede) unterordnet. Aufgrund dieser Eigenschaften ist neben der konsequenten Erziehung natürlich auch Auslauf und Beschäftigung, die über die reine körperliche Auslastung hinausgeht, unabdingbar. Daher wird oftmals empfohlen, den Hund durch Hundesport auszulasten. Hunde die vorher beschriebene Eigenschaften nicht mitbringen, entsprechen nicht der Rasse (dem Rassestandard), was auf eine schlechte (Auf-)Zucht oder Fehler in Sozialisation und Erziehung schließen lässt.

Was das bedeutet

Das klingt zunächst einmal nach einem durchweg tollen Hund mit vielen positiven Eigenschaften und man fragt sich: „warum denn dann der oftmals so schlechte Ruf? Um das zu verstehen, kann es helfen, sich bestimmte Aussagen einmal genauer anzuschauen und zwischen den Zeilen zu lesen. Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass jeder Hund ein Individuum ist und die beschriebenen rassetypischen Eigenschaften bei jedem Hund mehr oder weniger stark ausgeprägt sein können. Es gibt also eine ganze Bandbreite an Verhaltensweisen auch innerhalb einer Rasse, die zudem noch von vielen weiteren Faktoren als nur der Rassezugehörigkeit beeinflusst werden.

Ein (hoch)intelligenter, lernwilliger Hund

Der DSH ist tatsächlich ein sehr intelligenter Hund und er lernt auch sehr schnell. Dazu lernt er auch noch sehr nachhaltig, er hat das sprichwörtliche Gedächtnis eines Elefanten. Was einem bei Erziehung, Ausbildung und auch im Sport zu Gute kommt, lässt einen im Alltag oft straucheln, denn der DSH lernt genauso schnell Gutes wie Schlechtes. Und er lernt auch schnell Dinge, die er vielleicht gar nicht lernen soll (nicht wenige DSH-Besitzer müssen ihre Türen abschließen, wenn sie nicht von ihrem Hund begleitet werden möchten). Gerade schlechte Erfahrungen werden sehr nachhaltig gelernt und können in der Zukunft unter ähnlichen Umständen zu Problemen führen, indem der Hund mit Angst– oder Aggressionsverhalten reagiert. Er ist auch tatsächlich ein sehr aufmerksamer Hund und genau diese Aufmerksamkeit kann dann zum Problem werden, wenn der Hund auf alles, was ihn aufmerksam werden lässt, reagiert, kaum mehr zur Ruhe kommt und unter Dauerstress steht.

Nervenfest und mutig

Es gab eine Zeit, in der der DSH richtiggehend in Mode war. Und wie immer, wenn eine Rasse zur Moderasse wird, tut dies der Rasse nicht unbedingt gut. Neben diversen gesundheitlichen Nebenwirkungen (und die HD ist dabei wohl die bekannteste, aber leider bei weitem nicht die einzige Krankheit, für die es beim DSH eine genetische Disposition gibt), hat sich dies auch im Verhalten wieder gespiegelt. Außerdem gibt es auch in der Zucht der DSH sowohl Hunde, die eher für den Showring gezüchtet werden, als auch solche, die eher für das Erbringen von Leistung (Sporthunde, Diensthunde) gezüchtet werden. Sicher gibt es auch immer noch sehr nervenfeste und ausgeglichene DSH, aber leider gibt es auch sehr viele, die diese Eigenschaften nicht mehr mitbringen und eher ins Gegenteil umschlagen. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass ein Hund der “mutig“ ist, auch ein Hund sein kann, der in Konfliktsituationen nicht zurückweicht und mit Aggression reagiert (in Dienst und Sport ist dies häufig so gewollt). Noch dazu bei einem Hund mit einem schnellen Auffassungs- und Reaktionsvermögen.

Deutscher Schäferhund: Wachsam

Der DSH kann durchaus wachsam und auch territorial sein. Und auch hier findet sich eine ganze Bandbreite, von “Ich mag jeden und lasse jeden rein“ bis hin zu “Ich fresse den Postboten“. Ist man sich dessen bewusst und hat ein Auge auf dieses Verhalten, kann man aber auch mit einem DSH im Haus noch Besuch empfangen.

Konsequente Erziehung

Dass ein Hund eine konsequente Erziehung braucht ist kein Geheimnis und da unterscheidet sich der DSH auch nicht von anderen Hunderassen. Leider wird gerade beim DSH diese Konsequenz mit Erziehung und Training über Zwang, Druck und Strafe gleichgesetzt. Die viel gelobten Eigenschaften (Intelligenz und schnelle Auffassungsgabe) stehen da in krassem Widerspruch zum Umgang mit dem Hund. DSH sind sensible Hunde und ordnen sich auch unter (allein diese Ausdrucksweise macht mir schon Bauchschmerzen, weil mein Hund für mich Familienmitglied und nicht Befehlsempfänger ist), ohne dass man den Hund über Zwang, Druck und Strafe erziehen und ausbilden müsste.

Auslastung und Beschäftigung

Auslastung und Beschäftigung sind natürlich gerade für einen Hund, der für die “Arbeit“ gezüchtet wurde, sehr wichtig. Doch zählt hier Qualität statt Quantität und man sollte aufpassen, dass man den Hund nicht überfordert. In Rassebeschreibungen liest man oft, der Hund müsse täglich 2-3 Stunden bewegt werden. Das ist auch richtig, wenn man seinen Hund von Anfang an in diese Richtung “erzieht“. Tut man dies nicht, ist ein DSH auch mit einem Tag auf dem Sofa durchaus zufrieden (und nicht wenige mögen spazierengehen bei schlechtem Wetter auch gar nicht). Gerade bei einem Hund mit den vorher beschriebenen Wesenszügen ist es wichtig, dass der Hund neben Aktivität und Action auch lernt, was zur Ruhe kommen bedeutet. Das man einen DSH nur mit Hilfe von hundesportlichen Tätigkeiten im Verein, insbesondere dem umgangssprachlich sogenannten „Schutzhundesport“ auslasten kann, ist ein Mythos. Es gibt auch jede Menge andere (sportliche) Aktivitäten, die man mit einem DSH betreiben kann. Schließlich ist er ein Allrounder.

Fazit Deutscher Schäferhund

Der DSH ist sicher kein Hund für jedermann, aber er ist eben auch nur ein Hund und das “Produkt“ dessen, was man aus ihm macht. Darin unterscheidet er sich nicht groß von anderen Rassen. Vor der Anschaffung sollte man sich, wie bei jedem anderen Hund auch, sehr gut informieren. Zwingeraufzuchten sind zum Beispiel immer noch sehr häufig und nicht zu empfehlen. Und man sollte immer auch im Hinterkopf haben, dass es gewisse Punkte gibt, auf die man achten sollte.
Diese Rassebeschreibung zeigt ganz bewusst auch die negativen Seiten des DSH, um darüber aufzuklären, was man sich da vielleicht in Haus holen KÖNNTE, worauf man achten sollte und vielleicht auch um Verständnis dafür zu wecken, warum dieser Hund einen oftmals so schlechten Ruf hat (ohne dass der Hund an sich etwas dazu kann). Viele DSH sind ganz unproblematische und wundervolle Begleiter, die alle Facetten der vielen positiven Eigenschaften der Rasse zeigen.

PS

Wozu der DSH sicher nicht geeignet ist: Ein Leben im Zwinger und als Sportobjekt. Und auch hier sei nochmals betont, dass man auch und gerade einen DSH nicht über Zwang, Druck und Strafe erziehen und ausbilden muss.

Filme und Artikel zum Deutschen Schäferhund

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Kommentare

26 Antworten zu „Die Hunderasse Deutscher Schäferhund“

  1. Anonymous

    Ich habe bereits den zweiten deutschen Schäferhund als Familienhund und habe nur positive Erfahrungen gemacht. Ihr Beitrag ist super gut und sehr objektiv. Danke!

    1. Marion Peters

      Ich habe auch bereits den zweiten deutschen Schäferhund :-) wobei ich mit dem jetzigen auch Hundesport betreibe, aber ohne Zwang und anderer „Massnahmen…schrecklich, wenn man seinen Hund nur als Sportgerät sieht! Dabei muss das das gar nicht sein!! Ein super Beitrag für einen super Hund :-) der in der Tat gar nicht sooo nervenstark und mutig sondern durchaus auch unsicher, sensibel und pöbelnd daherkommt, aber immer charmant, nicht bösartig, witzig und neugierig ist. Für mich der beste Hund der Welt (und der Schönste und Eleganteste – schonmal einen dt. Schäfi am Rad traben sehen?) Ein Allrounder, so ist es. Ich habe diesen Beitrag schmunzeln und zustimmend gelesen. Danke dafür :-) !!!!

  2. Anja

    wir mussten leider unsere wundervolle Hündin wieder abgeben, was uns allen in der Familie großen Kummer bereitet.
    – gottseidank hat die Vorbesitzerin (Ausbilderin im Verein) sie wieder genommen.
    Der Hund kam mit dem Wechsel extremst ländlich zwischen anderen DSH und ohne Kinder aufgewachsen/ sehr laute Stadt, viele Hunde in der Gegend und Kinder im Haus, gar nicht klar, hat eine Leinenaggression entwickelt und alle Besucher gezwickt.
    Das sensible Tier war ausserhalb des Hauses/ Grundstückes ängstlich und unglücklich. Die sehr hohe Aufmerksamkeit mündete in Dauerstress.
    DSH sind sicherlich gute Wachhunde da ihnen gar nichts entgeht, das hat hier leider zu einem total überforderten Tier geführt.

    1. Das tut uns sehr, sehr leid!

      Liebe Grüße,
      Sonja vom Hey Fiffi-Team

    2. Maren

      Traurig zu hören. Ich habe leider das selbe Problem. Ich weiß allerdings noch nicht was ich machen soll. Ich gehe jede Woche zur hundeschule. Jedoch sind die Fortschritte sehr gering. Ich habe sie erst mit 7 Monaten zu mir geholt. Und mir die Züchterin, nicht gut genug angesehen. Habe mich auf Ihre Worte verlassen und es hat sich sofort rausgestellt, das sie überhaupt keine Sozialisierung genossen hat. Was mir sehr Schwierigkeiten bereitet.

  3. Cornelia Martina Kluger

    Ich hatte das Vergnügen so einen DSH 11 Jahre zu „besitzen“ und mit ihm zu leben. Die Beschreibung stimmt bis auf den Punkt. Er war ein treuer Familienhund – keineswegs aggresiv. Mit ihm war ich auf meine Spaziergängen sicher. Wir haben ihn als Familienmitglied behandelt – also keine Zwingerhaltung – freier Auslauf auch im Haus. Ich vermisse ihn sehr.

  4. Anonym

    Habe schon mein ganzes Leben Schäferhunde im Zwinger und Haus und aus Zwingeraufzucht, hatte trotzdem noch nie einen asozialen Hund. Trotz des „bösen Schutzhundesports“ kann ich meine Hunde überall mit hinnehmen. Das ein Schäferhund aus richtiger Leistungszucht damit zufrieden ist den Tag auf dem Sofa zu liegen bezweifle ich.

    1. Reinhard Macho

      Ich habe jetzt den 2. Schäferhund männlich. Er ist jetzt 7 Monate alt. Ich habe im als Welpe mit 12 Wochen bekommen. Mein 1. Schäferhund ist mit 61/2 Jahren an Krebs am vorderen Bein gestorben. Er wurde operiert,
      alkes hat nichts geholfen. Ich und meine Frau waren sehr niedergeschlagen an den Verlust. Er war top ausgebildet. Er war ein Garten (2.500qm) und Haushund. Erst 3 Jahre später konnten wor uns wieder entscheiden einen Hund zu haben. Ein Tipp von uns: Ideal ist wenn man viel Zeit mit ihm verbringt und spielt. Diese Rasse kann man nicht lange einsperren in einer Wohnung, Haus oder Zwinger. Ich bin seit kurzem Pensionist und gebe ihm viel Zeit. Dieser Hund macht uns jetzt wieder sehr viel Freude. Zum Schluß noch, eine gute strenge und auch tollerante Erziehung ist bei dieser Rasse wichtig!

  5. Emma

    Ich habe seit 4 JJahren meinem ersten DSH, der jetzt 6 Jahre alt wird. Ich bin die 5. Besitzerin. Er ist ein wirklich wunderschöner, nicht kastrierter Rüde. In seiner „Teeniezeit“, war ich oft versucht, ihn weiterzureichen. Aber die emotionale Bindung hat mich jedes Mal davon abgehalten. Er ist wahrlich kein Anfängerhund. Ich habe unzählige Verletzungen davon getragen, weil er alles jagt und keinerlei Erziehung bekommen hat. Anfangs hat er mich sogar gebissen. Mich hat nicht gewundert, das er durch vier Hände gegangen ist. Mittlerweile ist er ein guter Kamerad, der alle Kommandos beherrscht, die ich ihm beigebracht habe. Er ist sehr aufmerksam und das bekomme ich sicherlich nie ganz weg. Die Leinenführung ist immer noch unsere Achillesferse. Ohne Leine hört er super. Ich denke, man muss sich darauf einlassen wollen ( und auch wissen, welchen Hund man da hat) , und konsequent bleiben. Ich habe ihn mit viel Liebe und 3 stündigem Auslauf täglich, ganz gut händelbar bekommen.
    Meiner kann schon mal ganz zufrieden zu Hause bleiben, ohne in irgendeiner Weise ausgepowert zu werden. Meine Devise lautet: immer am Ball bleiben und auf das Wesen des Hundes eingehen. Viel Freude allen DSH- Besitzern!

  6. Cordula Jansen

    Wir haben unseren Sky fast 13 Jahre gehabt. Wir hatten ihn uns damals als Wachhund angeschafft, da wir sehr ländlich wohnen und schon mal bei uns ungebrochen wurde. Sky war nicht nur Familienmitglied, er war auch ein treuer Freund und Gefährte. Sein Verhalten unserer Nachbarstochter gegenüber (sie war genauso alt wie er) war einfach toll. Er hatte sie als Familienmitglieder adoptiert. Wir vermissen ihn sehr.

  7. Dimica27

    Ich habe gerade einen jungen DSH, er wird ausgebildet für den Dienst. Was ich dazu sagen kann: Ein DSH aus der Leistungszucht wird oftmals total unterschätzt. Bereits im Welpenalter, habe ich mit ihm in sehr kurzen Sequenzen angefangen zu Trainieren ( Gehorsam, Leinenführigkeit, Umweltreize). Nur Gassi gehen und Zuhause gammeln, ist nichts für so einen Hund. Die Ruhe musste ich ihm beibringen. Er ist enorm schlau, benötigt genügend Auslastung ( Kopf) und seeehr viel Zeit.

    Viele sind sich dessen nicht bewusst. Meinem Rüden wäre es todlangweilig, wenn er nur den Garten bewachen, ab und an ein Kommando ausführen und Gassirunden gehen müsste. Er darf z.B einmal Bellen Zuhause wenn er etwas hört. Wenn ich sage ( Danke für die Warnung), ist er ruhig. Dies alles geht nur mit Training. Auch gehen wir wöchentlich für 15 Minuten in die Stadt ( Bahnhof, Stosszeiten).

    Neben ganz viel Liebe ist jedoch auch absolute Konsequenz notwendig. Bereits im Welpenalter, habe ich Grenzen gesetzt. Mal Nein und mal Ja, gab es nicht. Entweder oder, kein dazwischen. Man kann einen absolut ruhigen DSH erwischen, aber auch das Gegenteil. Dies muss man sich sehr bewusst sein. Wäre mein Rüde in unerfahrene Hände gekommen und wäre nur „Haushund“, wären die Probleme definitiv Vorprpgrammiert. Ich liebe die Rasse und werde dieser auf Ewig treu bleiben.

  8. Beatrice Sander-Karzek

    Hallo Daniela, ich muss sagen, das mir deine Beschreibung des Deutschen Schäferhundes außergewöhnlich gut gefällt.
    Unsere 13 jährige fröhliche treue Schäferhündin ging es bis zum Schluss recht gut.
    Dann musste sie uns leider verlassen, weil sie in der Lunge viele Tumore hatte.
    Ich bin sehr traurig, denn sie gehörte wirklich zur Familie und wir alle hatten viel Spaß miteinander.
    Sie ist nicht zu ersetzen, aber wir wären trotzdem unheimlich glücklich, wenn wieder eine, zunächst kleine, muntere Begleitung zu uns ins Haus käme. Der Schäferhund ist wirklich rar geworden. Teilweise sind sie schon vor der Geburt verkauft. Ich komme zwar aus Hamburg, würde aber eine lange Strecke in Kauf nehmen. Vielleicht hast du ja eine Ahnung, und kannst mir einen Tip geben, wo ich noch auf Erfolg hoffen könnte. Liebe Grüße Beatrice Sander-Karzek

    1. Liebe Beatrice,

      danke für deine Worte :)

      Wir bemühen uns immer, keine Züchterempfehlungen zu geben, da wir nicht alle persönlich kennen. Wir empfehlen stattdessen: Schau dir mal so viele Züchter wie möglich an, vergleiche und bleibe dann bei dem, der dir am kompetentesten erscheint :)

      Wir drücken die Daumen, dass bald wieder ein Fellkind bei dir einziehen kann.

      Liebe Grüße,
      Sonja vom Hey Fiffi-Team

  9. Anonymous

    Wir haben jetzt unsere zweite Hündin, beides DSH, beides tolle Hunde. Unsere erste Hündin bekamen wir von einer Kollegin, die sich leider von ihrem Hund trennen musste. E.., 2,5 Jahre alt, angeblich super schüchtern. Wir trafen uns auf neutralem Boden vor unserm Garten. Sie hat sofort zu uns gewollt, laut der Vorbesitzerin total untypisch für sie. Wir sind dann in unseren Garten gegangen und Sie ist uns sofort überall hin gefolgt. Wir haben sie dann in der Folge für ein Probewochenende zu uns genommen und danach stand fest, dass sie zu uns kommt… Sie hat sich uns ausgesucht, anders kann man es nicht sagen. Als ein Jahr später unser Sohn geboren wurde, hat sie ihn sozusagen adoptiert. Sie hat sogar Milch abgesondert als ich mit ihm aus dem KKH kam. Sie hat über den Kinderwagen auf der Terasse gewacht, er durfte alles, sich ankuscheln, sich an ihr hochziehen als er laufen lernte. Ich kann gar nicht alles aufzählen. Als sie mit 10 starb, hat unser Sohn monatelang ein Foto bei sich getragen. Die beiden waren ein Herz und eine Seele.
    Unsere jetzige Hündin bekamen wir ein halbes Jahr später, im Alter von 9 Monaten. Total pubertär, dabei aber super liebenswert. Sie beobachtete z.B. unsern Sohn beim Spielen mit Autos und „klaute“ dann ein Spielzeugauto nach dem Anderen und verteilte sie auf dem Rasen um sich herum… dann hat sie darauf gewartet, dass er kam und mit ihr spielte. Am Anfang ist sie einmal ausgebüchst als wir nicht zu Hause waren und musste bei der Polizi abgeholt werden, sie musste einfach die Gegend erkunden…. nichts war sicher vor ihr, Teller auf dem Küchenschrank etc. vor Allem Plastikzeugs wie Schüsseln wurde zerknabbert. Es hat ca. 1 Jahr gedauert bis sie wirklich und 100%ig bei uns angekommen war. Inzwischen könnte man behaupten, sie ist genauso wie ihre Vorgängerin.

    1. sunshinekid

      An Anonymous: So ein tolle Geschichte über der DSH und Ihren Sohn. Hatte Träne in den Augen mit dem Sterben und dass der Sohn das Bild mit sich trug. Hat mich sehr an meine Kindheit errinnert, weil genauso bin ich mit unserem „Senta“ aufgewachsen, allerdings in Südafrika. Sie war eine wundervolle Hündin, ich durfte genauso alles mit ihr machen und sie hat mich stetig begleitet und bewacht. Sie war auch eine ausgezeichnete Wachhund und hat uns vor viele Gefahren gewarnt und geschutzt. Als ich 13 war, starb sie und ich werde sie nie vergessen. Danach kam noch einen DSH – unsere „Sheena“. Sie war schon erwachsen, würde als Polizeihund abgegeben, weil sie vor laute Knalle immer sich erschrocken hatte. Sonst war sie ausgeglichen und eine super Begleiterin. Wie Senta, super schlau und lieb. Beide Hunde waren gut trainiert, haben stetig auf unseren Befehle gehört und wir konnten sie deshalb überall mitnehmen. Wir würden sehr gerne wieder einen DSH haben und deshalb schauen wir jetzt im Internet herum.

  10. Jin

    HI
    Danke für den Text.
    Ich sehe das leider auch so.
    Der DSH ist mit zuviel Trieb, so debil und kaputt gezüchtet, das er in den Alltag gar nicht mehr reinpasst.
    Vor allem in Grossstädten sind diese, eigentlich grossartigen, tollen Hunde, permanent unter Stress und ecken überall an.
    Und dies geschieht nicht nur beim DSH, sondern überall wo VDH und Hundesport zusammenkommen.
    Egal ob Malinois, Goldenretriever, oder andere Rassen. Es wird mit gesunden Rassen angefangen und dann, weil alle nur mit Champions verpaaren möchten, soviel Inzucht betrieben und falsche Prioritäten im Rassestandart gesetzt , das jede der gehypten Rassen letztendlich krank und kaputt sind. Vielfach ist das Aussehen und der Trieb wichtiger als die Lebensfreude, Gesundheit oder Alltagstauglichkeit der Hunde.
    Ich finde da muss sich dringend was ändern und eventuell muss man sogar weg vom FCI/VDH um die Hunde als Lebens- und Arbeitsbegleiter zu erhalten, bzw. retten.
    MfG

  11. Christiane

    Wir hatten unsere schwarze DSH 15 Jahre in der Familie. Sie war super liebevoll mit anderen Tier und mega sportlich. Sie hat uns und unser Hab und Gut bewacht aber niemals jemanden je gebissen, sondern seöbstbewust mit tiefer Stimme verbellt. Ihre schwarze Erscheiung hat dies erleichtert. Sie war in jedem Restaurant herzlichst willkommen und hat km-lang neben dem Pferd und am Fahrrad ihre Ausdauer gezeigt. Sie konnte zig Tricks (zbsp. anschleichen, tod-spielen, Pfötchen geben, Männchen machen, Laut auf Komando geben, Rückwärts gehen, und Zähne zeigen auf Komando,20 verschieden Spielzeuge erkennen und aportieren, aufs Pfers springen, die Enten in den Stall treiben und die Pferde von der Wiese allein in den stall holen. Sie lernte gerne und unglaublich schnell. Ich hatte schon einige Hunde aber noch nie einen der auf allen Gebieten so souverän war und so viel Spaß hatte, einfach nur dabei zu sein, mit zumachen und das mitten in der Familie (Eltern,Kinder, Katzen, Enten, Pferde) Sie lief mega mit- und ohne Leine und es gab nie Streit mit Artgenossen. Die Kinder liebten sie und die Fremden sowie Langfinger hatten Respekt vor Ihr. Sie war sehr selbstbewusst und hatte eine Ruhe und Ausgeglichenheit wie kein anderer Hund. Würde zu 1000% auf jeden Fall wieder eine DSH ostdeutscher Zucht nehmen denn sie hatte einen gerade Rücken und nie in ihren 15 Jahren HD.

  12. Melanie v. P.

    Ich finde diese Rassebeschreibung zum DSH sehr gut getroffen. Oft lesen Leute in den Rasseportraits zu den Hunden immer nur das was sie gerne lesen wollen, ohne weiter darüber nachzudenken was das im Alltag bedeuten kann.
    Ich habe einen DSH und er ist für mich der perfekte Hund und mein bester Kumpel. Na klar macht er gerne Sport mit mir und wir sind auch in einem Hundesportverein. Er ist aber auch so gerne mit uns unterwegs z. B. einkaufen usw.) und wir gammeln auch mal zusammen auf der Couch herum. Es ist wichtig, daß ein Hund auch lernt Auszeiten zu haben um sich zu entspannen. Sonst steht das Tier doch nur unter Strom. Ein Hund sollte auch immer die Möglichkeit haben, sich zurück ziehen zu können, wenn es ihm mal zuviel wird. Sowas machen wir Menschen doch auch und für den Hund ist das ebenfalls gut. Ich selber habe dadurch einen ausgeglichenen, lieben und souveränen Rüden. Ich glaube schon das bei diesen Hunden eine Zwingerhaltung möglich ist, für mich kommt es aber nicht in Frage. Mein Hund gehört zu uns und ich kann mir (zumindest bei unserem Hund) nicht vorstellen unseren Hund nicht bei uns im Haus zu haben, er ist auch gerne mit uns zusammen.

  13. Toni

    Hat jemand von euch vielleicht Erfahrung mit „Alt Deutschen Schäferhunden“ im Internet werden diese im Vergleich zum Deutschen Schäferhund oft als ruhiger, weniger Temperamentvoll und mit höhere Reizschwelle beschrieben. Kann das wer aus persönlicher Erfahrung bestätigen?

    1. Grüß dich,

      danke für deine Frage.

      Wie du der Einleitung unserer Rassebeschreibungen entnehmen kannst, sind Hunde Individuen. Das heißt, auch bei den Altdeutschen Schäferhunden findest du alles von sehr, sehr nervös bis „coole Socke“. Insofern kann man nicht sagen „Altdeutsche Schäferhunde sind weniger temperamentvoll“. Das wäre schlicht gelogen, da nicht jeder Hund einer Rasse gleich ist.

      Rein aus eigener Erfahrung heraus sind Altdeutsche Schäferhunde durchaus temperamentvoll und haben auch gerne mal eine kurze Zündschnur. Ähnlich wie der DSH auch. Wenn du einen Hund haben möchtest, der vom Temperament her genau zu dir passt, empfehlen wir dir, dich mal unter den erwachsenen Hunden umzuschauen und den, der dir gefällt, ganz in Ruhe kennenzulernen, bevor du dich entscheidest. Wenn man ein bestimmtes Bild davon hat, wie ein Hund möglichst sein soll, ist das oft der bessere Weg.

      Liebe Grüße,
      Sonja vom Hey Fiffi-Team

  14. Toni

    Vielen Dank Sonja,

    für die schnelle und ausführliche Antwort. Ich dachte mir schon das sich die Frage nicht so pauschal beantworten lässt :)
    Ich hätte sehr gerne einen Deutschen Schäferhund und überlege schon sehr lange. Der Hund würde gut in meine Lebenssituationen passen, ich habe viel Zeit (home office) auch schon Erfahrung mit Hunden und einen großen Garten. Was mich allerdings verunsichert ist die Tatsache das direkt an meinem Haus ein sehr beliebter Spazierweg liegt, und sehr viele Menschen mit ihren Hunden neben meinem Gartenzaun entlang gehen, ich habe Sorge das dieser Umstand den Hund zu sehr stressen würde, und er nicht zur Ruhe kommt, oder ist diese Angst bei guter Erziehung und guter Sozialisierung unbegründet? Würdest du meinen das sich in meinem Fall vielleicht generell eine andere Rasse besser eignen würde?
    Danke nochmal und Lg. Toni

    1. Wie schon gesagt: Das kann man pauschal nicht sagen.

      Hundeverhalten (damit auch Gebell am Gartenzaun) ist abhängig von Genetik und Lernerfahrungen und Umwelt. Das heißt, es kann dir vorab niemand sagen, ob das mit deinem Hund am Zaun funktioniert, denn es hängt davon ab, was er genetisch für ein Erregungsniveau mitbringt, wie du mit ihm trainierst, wie die anderen Leute/Hunde am Zaun reagieren, wie die Örtlichkeiten bei euch sind,… Das ist wirklich sehr individuell.

      Wenn du einen Hund brauchst, der auch im Garten komplett gechillt ist und auf andere Hunde quasi gelangweilt reagiert, schau dich doch wirklich mal nach einem erwachsenen Hund um und suche so lange, bis du einen findest, der wirklich zu dir und deinen Bedürfnissen passt. :)

      Liebe Grüße,
      Sonja

  15. Vroni Schmidt

    Die Beschreibung vtimt fast aufs i Tüpfelchen, wobei ich persönlich, mit DSH aufgewachsen , noch vieles ergänzen könnte was diese Rasse sehr begehrenswert macht. Die Treue dieser Hunde zu einem vetrauten >Menschen ist unerschütterlich, wenn es sein muss bis zum bitteren Ende. Ich bin mit dieser Rasse aufgewachsen und hatte nie auch nur den geringsten Zweifel an diesen Hunden, es sind die besten der Welt . Sie wissen genau wann was zu tun ist!! Leider sind in diesem Bericht die negativen Seiten, die bei falscherr Halrung und Erziehung zum Vorschein kommen können viel zu wenig beleuchtet. Ein Schäferhund kann eine gefähliche Waffe werden wenn sein gEHORSAM UND SEIN wESEN MISSBRAUCHT WERDEN: UNd das obwohl es meiner persönlichen Ansicht nach keinen besseren Hund geben kann!!! ich selbst bin mit dieser Rasse aufgewachsen und jetzt selbst schon über 50 J. alt.
    Ganz liebe Grüsse Vroni

  16. Christina

    Toller Beitrag! Hatten leider mit unserem letzten Rüden auch kein Glück, später stellte sich nämlich heraus, dass der Züchter eher auf Schauhunde aus war. Denn von Klein auf bemerkten wir bei den Hinterbeinen eine X-Stellung. Wir wurden diesbezüglich immer vertröstet. Aber er nimmt schwer zu, hat dann auch ein Problem mit der Bauchspeicheldrüse entwickelt und generell trotz Hundeschule und körperlicher Auslastung (im Rahmen dessen, was der TA angeraten hat) Verhaltensweisen (Kreiseln) an den Tag gelegt, die Kummer bereiten. Seine extreme Aufmerksamkeit lässt ihn nur schwer zur Ruhe kommen. Spaziergänge sind oft ein richtiger Spießrutenlauf. Generell nimmt er auch schwer zu. Wir sind mittlerweile in einer guten TA-Betreuung und machen Physiotherapie um vor allem die Muskulatur zu stärken. Jeder, der ihn sieht, vermutet HD. Aber an den Bildern wurde nichts erkannt (er ist mittlerweile nicht ganz 2 Jahre alt). Schmerzen hat er beim Tastbefund trotzdem. Wir geben natürlich nicht auf und machen alles, damit es ihm möglichst gut geht und ein schmerzfreier Alltag besteht. Aber bin manchmal am Verzweifeln, weil sein Wesen ist der Wahnsinn. Papa hat schon 2 Rüden gehabt, aber keiner war wie er. So vorsichtig, gutmütig und verschmust. Er braucht so viel Nähe, das kenne ich von der Rasse gar nicht. Macht mich traurig, dass drum herum so viel Probleme bestehen …

  17. Matthias

    Hallo,
    tolle Seite und sehr schöner Beitrag!
    Wir leben in Spanien haben bereits 3 Hunde ( Bolonka, deutscher Pinscher und Golden Retriever). Nun haben wir im Tierheim 2 DSH-Junghunde (3Monate alt) gesehen und uns direkt in einen verliebt…
    Unsere Hunde sind allesamt atypisch….wir leben sehr gechillt in eigenem Haus und unsere Hunde wachsen alle in der Familie auf, sind erstklassig sozialisiert und keiner ist ein Kläffer o.ä. Der Pinscher ist super wachsam, läßt sich aber sofort abrufen und der Retriever liebt es gechillt auf seinem „Wachposten“ zu liegen.
    Wir überlegen den Hund aus dem Tierheim aufzunehmen. Aber Hundesport lehnen wir komplett ab ( finde die Bezeichnung schon doof…). Unsere Hunde sind in der Familie mit unserer Tochter (15) aufgewachsen ohne Hundeschule etc. und allesamt tolle, liebenswerte Charaktere. Sie bleiben problemlos allein, sind auch wachsam und tolerieren jede Art von Besuch.
    Meine Frage an die erfahrenen DSH Halter, würde sich ein DSH in so ein gechilltes Rudel einfügen und könnte er sich zu einem entspannten Familienhund entwickeln oder ist das wider seiner Natur?
    Viele unserer Bekannten haben Staffordterrier oder – mix und die sind durch die Bank tolle Hunde. Hier in Spanien sind diese Hunde weit verbreitet und dieser Rasse wird ja auch ( in Deutschland) so Einiges negatives nachgesagt.
    Vielen Dank schon mal vorab für die Mühe.

    Liebe Grüße!

    Matthias

    1. Lieber Matthias,

      vielen Dank für deine Frage.

      Da muss man leider sagen: Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Ob sich Hunde in eine bestehende Gruppe einfügen und wie sie sich entwickeln, hängt von sooo vielen Faktoren ab, nicht nur von der Rasse. Die Genetik spielt natürlich eine gewisse Rolle, aber auch Lernerfahrungen und Umweltbedingungen.

      Was die DSH-Junghunde an Genetik mitbringen, kannst du vermutlich nur raten. Was sie bisher für Lernerfahrungen gemacht haben, ebenfalls. Das sind Dinge, die du nicht (mehr) beeinflussen kannst. Dazu kommt bei dir noch die Gruppenkonstellation und -dynamik. Das sind so viele Faktoren, dass sich vorab unmöglich sagen lässt, wie sich die Dinge entwickeln können.

      Meine Empfehlung wäre, sich die Hunde genau anzusehen und sie jedem Mitglied deiner Gruppe einzeln vorzustellen. Später dann allen gemeinsam. Kommen sie klar? Sind sie sich grün? Mögen sich alle? Dann gibt es ganz gute Voraussetzungen. Trotzdem gibt es keine Garantie, dass die gesamte Konstellation gutgeht. Aber diese Garantie gibt es eh bei keinem Hund ;)

      Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

      Liebe Grüße,
      Sonja vom Hey Fiffi-Team

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