Ja klar, das schreibe ich natürlich aus aktuellem Anlass. Keiner von uns weiß, wie die nächsten Wochen aussehen. Panik? Nö. Aber es schadet nicht, sich ein paar Gedanken zu machen, denn das Szenario, dass du krank bist (ob nun erkältet, Grippe oder sonst was) oder unter Quarantäne stehst und nicht nach draußen darfst, ist leider nicht von der Hand zu weisen. Wenn du einen Garten hast, ist ja alles tutti. Aber was, wenn nicht?

Desinfektion

Hast du dir schon mal Gedanken darum gemacht, was du tust, wenn du alleine bist und dein Haus nicht verlassen kannst, aus welchen Gründen auch immer? Dein Hund muss ja trotzdem raus, da er dein Klo schlecht benutzen kann.

Wir haben uns ein paar Möglichkeiten überlegt, wie du es trotzdem schaffen kannst, deinen Hund seine notwendigen Geschäfte verrichten zu lassen.

Für kleinere Hunde: Katzenklo mit Einstreu

Achtung, Ohrwurmgefahr! Ich habe schon festgestellt, das ich diesen Artikel nicht zu Ende schreiben kann, ohne die ganze Zeit vor mich hinzusummen. DABEI FINDE ICH DIESES LIED GRAUSAM!!
Aber wie dem auch sei: Ein Katzenklo ist für kleine Hunde durchaus eine Alternative zum Draußen-Geschäft. Wichtig ist, dass du bereits jetzt, wo du gesund bist und nicht unter Quarantäne stehst, bereits damit anfängst, deinen Hund an das Katzenklo zu gewöhnen.
Fülle eine niedrige Wanne mit Einstreu, so dass dein Hund, wenn er hineinsteigt, dennoch genügend Halt hat. Mach das Klo also nicht zu voll. Lege Zeitungen unter die Wanne, falls mal was daneben geht, was vor allem bei Rüden der Fall sein kann, weil sie nicht so dicht über dem Boden pinkeln wie die meisten Hündinnen. Wenn dein Hund draußen gepieselt hat, nimm etwas von der Erde mit und verteile sie auf der Einstreu. Bitte nimm nur wenig, denn vielen Hunden ist es unangenehm, wenn ihr Klo zu sehr nach Pipi riecht.
Achte darauf, dass das Katzenklo einen möglichst niedrigen, zur Größe deines Hundes passenden Einstieg hat. Natürlich kann dein Hund auch reinhüpfen, wenn er das körperlich schafft, aber je weniger groß die Hürde ist, um ins Klo zu gelangen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auch genutzt wird. Suche einen Ort, wo der Boden unter dem Klo möglichst gefliest ist, um Unfälle wegwischen zu können.
Stelle das Katzenklo an eine Stelle, die für deinen Hund immer zugänglich ist und wo er auch ein wenig ungestört sein kann. Es gibt durchaus Hunde, die alles zusammenkneifen, wenn sie keine Ruhe haben oder die ganze Zeit beobachtet werden.
Übe die Stubenreinheit so, wie du sie auch mit einem Welpen üben würdest. Wenn du denkst, dass dein Hund mal müssen könnte, führe ihn zum Katzenklo, wo es ja schon ein klein wenig nach Toilette riecht. Wenn er sich dort erleichert, lobst du ihn feste und gibst ihm ein Guttie. Jetzt zahlt es sich aus, dass du, als dein Hund gerade frisch bei dir eingezogen war, kein großes Gewese um die Stubenreinheit gemacht hast und ihn nicht dafür bestraft hast, wenn er mal irgendwo hingepinkelt hat. Solltest du das früher getan haben, könntest du jetzt richtig großen Stress mit der Nutzung des Katzenklos kriegen, weil dein Hund sich nicht traut, in deiner Gegenwart ins Haus zu schiffen. Karma und so…
Achte darauf, dass du die Indoor-Toilette regelmäßig säuberst, wenn dein Hund dort sein Geschäft verrichtet hat, damit es nicht stinkt und er sein Privatklo dann nicht mehr nutzen möchte.

Für größere Hunde: Wanne mit Rasen

Für größere Hunde könnte die Sache mit der Einstreu etwas unangenehm sein. Vor allem dann, wenn sie dazu neigen, nach dem Geschäft ein wenig zu scharren. Das Kopfkino überlasse ich dir.
Was du nutzen kannst (und was auch für manche kleinere Hunde sinnvoll ist, die keine Einstreu mögen): Eine flache Wanne mit etwas Erde und Rollrasen drin.
Das Prinzip ist dasselbe wie beim Katzenklo: Geeignete Stelle suchen, ein ganz klein wenig Hundepipizeugs draufgeben, Fiffi immer wieder hinführen und ihn belohnen, wenn er das Klo nutzt. Regelmäßig wechseln.
Das Schöne ist: Der Rollrasen ist ganz natürlich abbaubar.

Nachbarschaftshilfe

Zurück zu Sozialkontakten. Auch wenn du krank bist, kannst du deinen Hund an der Haustür übergeben, wenn du die notwendigen Hygienevorschriften einhältst. Lange Leine, so dass dein Nachbar die Leine direkt am Hund aufnehmen kann, während du das andere Ende noch hältst. So muss er dir nicht arg auf die Pelle rücken. Dass er sich nach dem Mini-Pipi-Gassi die Hände waschen muss, sollte eh klar sein. Frag doch am besten heute schon mal rum, wer im Notfall in Frage käme und ob es nicht möglich wäre, ein Netz der Nachbarschaftshilfe aufzubauen. Du könntest natürlich auch mit dem Hund eines erkrankten Nachbarn oder einer Nachbarin spazierengehen, wenn du selbst fit bist. Nutzt diese völlig verrückte Zeit, um wieder menschlich etwas näher zusammenzurücken.

Professioneller Dogwalker

Yup, ruf mal rund. Gibt es in deiner Gegend Leute, die jeden Tag mit den Hunden fremder Leute spazierengehen? Dann schau dich um, ob du jemanden findest, den du magst und dem du vertraust. Die Seriösität und die Kompetenz geht leider die Skala rauf und runter. Such dir jemanden, dem du deinen Hund ohne Wenn und Aber anvertrauen würdest. Und zwar schon jetzt und nicht erst dann, wenn Not am Mann ist. Dass ihr auch hier die Hygienestandards einhalten müsst, falls du krank bist oder (was ja im Moment passieren kann) unter Quarantäne stehst, sollte selbstverständlich sein.

Vorübergehend in Tierpension geben

Als allerletztes Mittel, wenn nichts anders mehr geht, kannst du deinen Hund vielleicht vorübergehend in eine Dauerbetreuung geben. Denke aber bitte daran, dass das für deinen Hund sehr stressig sein kann, dass angesichts der aktuellen Situation es vielleicht zu Engpässen kommen kann (vielleicht auch nicht, weil Leute ihren Urlaub absagen und ihr Tier dann doch nicht wie geplant in die Tierpension geben). Wer weiß schon, wie sich das entwickelt. Aber gerade, wenn du körperlich stark angeschlagen bist (auch mit Grippe oder auch nur mit einer sehr heftigen Erkältung ist ja auch nicht zu spaßen), dann kann es Sinn machen, wenn sich jemand anders für ein paar Tage um deinen Hund kümmert und dich dadurch entlastet. Auch hier gilt natürlich: Bei Übergabe Hygienestandards einhalten.

Das sind nur so ein paar Vorschläge, die uns auf Anhieb eingefallen sind. Wie regelt ihr das, wenn ihr, aus welchen Gründen auch immer, ausfallt?

Über die Autorin

Sonja MeiburgSonja Meiburg ist seit vielen Jahren Hundetrainerin und war in verschiedenen Vereinen als Ausbilderin tätig (BLV-Ausbilderprüfung 2005). Seit 2006 gibt sie ihr Wissen in ihrer eigenen Hundeschule weiter. Seit 1998 ist sie Clicker-Trainerin. Gelernt hat sie ihr Wissen bei vielen nationalen und internationalen Lehrern, u.a. bei Ute Blaschke-Berthold, Martin Pietralla, Kay Laurence und Mary Ray. Sie setzt den Clicker nicht nur zum Grundgehorsam und für Tricks ein, sondern auch im Hundesport und in der Verhaltenstherapie.   >> mehr über Sonja Meiburg

Bildquelle

  • Hey-Fiffi