Unter Geschwistern teilt man gerne – oder etwa nicht? Gehörst du auch zu den Hundehaltern, die mehr als nur einen Hund ihr Eigen nennen dürfen? Hey Fiffi-Trainerin Susanne Bretschneider ist Hundehalterin von drei Hunden und sie möchte es nicht mehr missen. Sie findet es nicht nur toll, zwölf Pfoten um sich herum zu haben, sondern sie findet es auch toll, die unterschiedlichen Charaktere, die individuellen Bedürfnisse zu beobachten und befriedigen zu dürfen. Dazu gehört auch die Sicherheit aller Hunde. Und die fängt schon beim Füttern an.

getrenntes Füttern

Meine Hunde kommen miteinander gut aus – aber Hand aufs Herz – keiner der Hunde bräuchte den anderen. Sie arrangieren sich sehr gut miteinander, sind sehr geduldig und immer um Frieden bemüht – aber sie sind nun mal nichts anderes, als zusammengewürfelt. Keiner der dreien wurde wirklich gefragt, ob sie nicht lieber doch alleine bleiben wollen.
Sie leben in einem Kompromiss – und genau deswegen ist es meine Aufgabe, jedem Hund seinen Freiraum zu schaffen, seine eigene Individualität zu erkennen und zu fördern, seine Bedürfnisse zu befriedigen. Der erste Schritt dazu ist, Sicherheit zu schaffen!

Sicherheit schafft Vertrauen

Mit Sicherheit meine ich nicht, starre Regeln zu erschaffen und einzufordern. Oder gar Dominanz walten zu lassen.
Sicherheit bedeutet, dass jeder sich darauf verlassen kann, dass seine Ressourcen gesichert sind und er sie nicht verteidigen muss. Ressourcen sichern das Überleben und sorgen für Wohlbefinden: Soziale Kontakte zur Bezugsperson, Erkundung in der Umwelt, freies Bewegendürfen in den eigenen vier Wänden. Nahrungsaufnahme, in Ruhe, ohne den Konkurrenten im Nacken zu spüren.

Bei Futter hört oft die Freundschaft auf

Sie leben doch aber in einem Haushalt und die Rangordnung ist geklärt! Fütterst du deine Hunde auch nebeneinander? Wenn du deine Hunde nebeneinander fütterst, dann bedeutet dies für beide Hunde, eine Unsicherheit zu erfahren. Wer zuerst fertig ist, der hat sein Überleben gesichert – der andere Hund kann nichts mehr klauen. Der, der langsamer frisst, hat den Nahrungskonkurrenten im Nacken sitzen. Wir als Familie lieben es, eine Mahlzeit gemeinsam am Tisch sitzend einzunehmen – schließlich findet hier meist der Austausch über den ganzen Tag statt. Bei Hunden ist dies nicht so – wenn du deine Hunde nebeneinander fütterst, werden sie automatisch zu Nahrungskonkurrenten! Egal, wie gut sie sich verstehen, bei Futter hört häufig alle Freundschaft auf!

Stress durch Nahrungskonkurrenz

Was es dir bringt, wenn du beide Hunde gleichzeitig nebeneinander fütterst:
Konkurrenz! Deine Hunde konkurrieren miteinander in dieser Situation. Vor allem, wenn deine Hunde Probleme miteinander, ist dies nicht unbedingt förderlich!
Impulskontrolle! Den Nahrungskonkurrenten direkt nebenan ertragen zu müssen, kostet Impulskontrolle! Hat dein Hund Baustellen im Alltag, benötigt er genau diese!
Aufregung! Die Fütterung wird zu einem Spießrutenlauf! Schnell fertig sein, damit das Futter nicht geklaut werden kann – und vielleicht noch etwas Zeit ist, dem Nachbarn etwas aus dem Napf zu stibitzen!

Warum du getrennt füttern solltest!

Ich empfehle dir, deine Hunde getrennt zu füttern, so dass keiner den anderen sehen kann. Deine Hunde sollen Zeit haben, ihren Napf zu leeren, vielleicht auch ein Futterpuzzle (s. Link unten) lösen zu können. Du schonst damit Impulskontrolle, die du für den Alltag benötigst. Hunde, die unsicher sind, werden nicht noch weiter verunsichert, sondern bekommen Zeit, in Ruhe ihre Nahrung aufnehmen zu können. Du schaffst durch getrennte Fütterung Ordnung, Freiraum und Sicherheit! Deine beiden Hunde können friedlicher miteinander sein, denn du riskierst nicht, dass einer deiner beiden Hunde ein Problem zum Thema Ressourcenverteidigung entwickelt.

Entspanntes Füttern

Meine drei Hunde bekommen ihr Futter in ihren 3 Höhlen, nichts anderes als Boxen ohne Türen. Mittlerweile sind die Reihenfolge und der Ort so routiniert, dass alle drei Hunde ihre Box aufsuchen, sobald sie merken, dass ich ihr Futter richte. Das ist für mich sehr entspannend, da ich die Hunde nicht wegschicken muss. Es entsteht auch untereinander kein Gedrängel, kein Drohverhalten oder Splitten (wenn dein Hund zwischen dir und dem anderen Hund läuft) und auch die eher unsichere Hündin zeigt kein Meideverhalten. So ist das Füttern für uns keine aufregende, hektische Angelegenheit, sondern ein Zeitpunkt für Ruhe, Abstand zu dem Anderen, Spaß haben, Bedürfnisse befriedigen und Entdecken – und natürlich Hunger stillen!

Lust auf Futterpuzzles? Dann schau doch mal bei Susannes Facebookgruppe vorbei: https://www.facebook.com/groups/154694051578016/

Mehrhundehaltung auf Hey-Fiffi

Über die Autorin Susanne Bretschneider

Susanne BretschneiderSusanne Bretschneider lebt mit ihren drei Hunden Flip, Stella und Abby in Karlsruhe. Alle drei Hunde kommen aus dem Tierschutz und haben das ein oder andere Päckchen Sorge zu tragen. Am liebsten beschäftigt sich Susanne mit den verschiedensten Suchaufgaben für ihre Hunde und genießt die langen Spaziergänge, die meist mit Wurstbäumen und Spaghetti-Wiesen gespickt sind.

Seit 2013 ist Susanne zertifizierte Tierheilpraktikerin und seit 2015 geprüfte Verhaltensberaterin (ATN). Ihre Leidenschaft für Hunde lebt sie in ihrer mobilen Hundeschule mit Naturheilpraxis Partner for Paws aus. Neben der Naturheilkunde liegt ihr Schwerpunkt in der Verhaltensberatung und Beschäftigung des Hundes. Bei Partner for Paws wird mit Markersignalen und den Werkzeugen der positiven Verstärkung gearbeitet.

Bildquelle

  • Lara Meiburg Photographie