Hey-Fiffi.com; Foto: Lara Meiburg

Der Abend am Grill könnte so friedlich sein, wenn sich nicht sämtliche Hunde in der Nachbarschaft zum gemeinsamen Gebell verabreden würden. Yvonne Schleicher von den düsseldencos hat da ein paar Tipps.

Endlich ist er da …. der SOMMER! Endlich Sonne, Wärme, lange Abende auf der Terrasse, im Garten, leckere Sachen grillen und der Hund genießt es genauso wie wir. Spielen, Dösen, Entdecken! All das macht im Garten doppelt soviel Spaß wie drinnen. Idylle pur … oder? Diese ist leider sehr schnell beendet. Spätestens dann, wenn der erste Hund in der Nachbarschaft zu bellen beginnt. Vielleicht, weil er seinen besten Kumpel entdeckt hat, weil sein Erzfeind plötzlich auftaucht, weil er sich freut, dass sein Mensch nach Hause kommt, weil er den Briefträger verjagen möchte. Es gibt viele Auslöser. Oftmals lösen sie eine Kettenreaktion aus. Denn wenn der erste Hund auch nur einen Beller zu viel macht, stimmen die anderen Hunde in der Nachbarschaft mit ein und dann dauert es seine Zeit, bis wieder Ruhe eingekehrt ist.

Was tun? Beim eigenen Hund anfangen

Wir haben zunächst einmal nur die Möglichkeit, bei unserem eigenen Hund etwas zu verändern. Wenn wir die anderen Hundehalter gut kennen, können wir versuchen mit ihnen ins Gespräch zu kommen, damit auch sie ihrem Hund Alternativen anbieten bzw. daran arbeiten, dass ihr Hund nur kurz seine Meinung kund tut. Bei unserem eigenen Hund ist das natürlich auch der erste Ansatz, denn er kann ja genauso der Auslöser für solche Bellkonzerte sein. Das bedeutet für uns: Fleiß, Konsequenz und Durchhaltevermögen. Aber was können wir tun?

Rückruf unterbricht das Gebell

Ein gut trainierter Rückruf unterbricht dieses Verhalten und zeigt uns, wie gefestigt der Rückruf wirklich ist. Hand aufs Herz: Würde Ihr Hund zurück kommen, wenn er sich gerade richtig ins Gebell reinsteigert?
Wenn Sie diese Frage mit JA beantworten können, dann haben Sie damit die Lösung bereits gefunden. Ich denke aber, dass die meisten Hundehalter eher mit „Ich denke nicht“ antworten würden. Also brauchen wir weitere Ansätze. „NEIN – AUS – PFUI“ so laut zu brüllen, dass die ganze Straße etwas davon mitbekommt, wird nicht zur gewünschten Ruhe führen. Es kann sogar das Bellen verstärken, wenn Ihr Hund es mit „Prima, Frauchen bellt mit!“ interpretiert.

Auch der Clicker kann Gebell unterbrechen

Wir müssen auf jeden Fall zum Hund hin und schauen, wie wir ihn so schnell wie möglich unterbrechen können. Probieren Sie, ihn anzusprechen, ihn umzuorientieren und versuchen Sie, ob er Ihnen ins Haus folgen kann.
Klappt das nicht, brauchen Sie Ihr Clicker/Markersignal und gute Leckerchen.
Und so läuft´s: Sie bleiben in der Nähe Ihres Hundes und unterbrechen ihn mit Click und Leckerchen jedes Mal so früh wie möglich, wenn er zum Bellen ansetzt. Bellt er schon ausdauernder, unterbrechen Sie ihn, wenn er mit dem Gebell aussetzt (dazu zählt auch Luft holen). Jedes Mal clicken Sie und geben Sie ihm ein Leckerchen. Zunächst aus der Hand. Später können Sie die Leckerchen auch werfen oder rollen, so dass er nach ihnen schauen/suchen muss. Sobald er für Sie wieder ansprechbar ist, nehmen Sie ihn freundlich mit ins Haus. Da können Sie ihm dann etwas zum Kauen oder einen Kong geben oder ihm ein Spiel anbieten. Bis es wieder ruhig ist in der Nachbarschaft, bleibt der Hund im Haus. So entsteht innerhalb kurzer Zeit ein Automatismus: Statt wie blöde ins Bellkonzert mit einzufallen, bellt Ihr Hund einmal kurz und wendet sich dann zu Ihnen, weil er eine Belohnung erwartet -> Bellkonzert unterbrochen! Zusätzlich können Sie Ihren Hund mit einem konditionierten Entspannungssignal unterstützen. Wenn Sie neben Ihrem bellenden Hund stehen, geben Sie das Entspannungssignal. Wenn er dann kurz aufhört zu bellen, sprechen Sie ihn an und nehmen ihn mit ins Haus.

Ruhe im Garten durch gezieltes Management

Wenn unser Hund regelmäßig derjenige ist, der als Erster bellt und damit die anderen animiert, es ihm gleich zu tun, dann müssen wir erst einmal seine Auslöser identifizieren.
Wann bellt er? Ist es der Erzfeind? Sind es die Passanten, die am Garten entlanglaufen? Ist es der Briefträger?
Bei manchen Hunden ist es schon ausreichend, einen Sichtschutz zu errichten. Manche Hunde benötigen einen größeren Abstand zum Zaun, der durch eine Hecke oder einen zweiten, inneren Zaun erreicht werden kann. Manchmal reichen diese einfachen Werkzeuge, um zumindest für Ruhe im eigenen Garten zu sorgen, ohne gleich viel üben zu müssen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie es damit nicht zuverlässig in den Griff bekommen , suchen Sie sich am besten einen guten Trainer vor Ort, der mit Ihnen die notwendigen Werkzeuge erarbeitet. Ein Trainer schaut genau nach der Motivation Ihres Hundes und erarbeitet mit Ihnen gemeinsam den dazu passenden Ansatz.

Auf ein paar ruhige, gechillte Stunden im Garten gemeinsam mit Ihrem Hund!