Zu zweit, zu dritt, zu viert ist alles schöner…oder nicht?

Immer häufiger haben Hundehalter nicht nur einen Hund, sondern zwei oder drei oder noch ein paar mehr. Häufig glauben Hundehalter daran, dass jeder Hund, der mit einem Artgenossen leben kann, grundsätzlich glücklicher sein wird, als ein Einzelhund. Dahinter steht die Idee, dass die Hunde dann miteinander spielen und kuscheln können und sich grundsätzlich mit einem Artgenossen insgesamt wohler fühlen. Manchmal erhoffen sich die Hundehalter auch, dass ein Hund dem anderen Sicherheit geben kann, wenn dieser zum Beispiel nicht alleine bleiben kann oder mit Umweltängsten zu kämpfen hat. Aber ist das wirklich immer so? Hey Fiffi-Trainerin Martina Maier-Schmid hinterfragt.

Mehrhundehalter
Bildquelle: Lara Meiburg Photographie

Wenn ich mir meine eigene aktuelle Hundekonstellation ansehe, ist schnell zu erkennen, dass das Leben mit anderen Artgenossen auch eine große Herausforderung für die Hunde darstellen kann. Meine zwei eigenen Hunde und die aktuell bei uns lebende Pflegehündin, würden – da bin ich mir ziemlich sicher- nicht freiwillig in dieser Hundegruppe zusammen leben. Wir haben sie quasi in einer Zwangs-WG untergebracht. Dafür gibt es gute Gründe aus unserer menschlichen Sicht, aber wir haben die Hunde nicht gefragt, ob sie das auch wollen oder doch zumindest bewältigen und aushalten können. Und ich weiß aus Kunden- und Kollegenkreisen, dass das bei uns keine Ausnahme ist.

Teilen muss man erst lernen

Mit einem Artgenossen zu leben bedeutet eben auch, dass die Hunde miteinander teilen müssen:

Und Teilen ist anstrengend. Die Hunde müssen dafür lernen, auch mal als letzter dran zu kommen. Es braucht Energie und Aufmerksamkeit mit den Artgenossen auszuhandeln wer nun wo liegen darf, wer das Spieli nehmen kann, wer zuerst zur Tür hinaus geht oder den zurückkehrenden Menschen begrüßen darf. Es muss Frustration ausgehalten werden und verbraucht Impulskontrolle. Und das fällt Hunden eben unterschiedlich schwer oder leicht. Und es kann zu Reibereien und Auseinandersetzungen unter den Hunden führen, was die Hunde und die Bezugspersonen sehr belasten kann.

Unterschiedliche Bedürfnisse

Unterschiedliche Bedürfnisse der Hunde können ebenfalls für die Hunde eine Herausforderung sein. Ein Hund der Gruppe mag noch gerne mit den anderen Hunden spielen und toben. Einer oder alle anderen mögen das nicht. Alle müssen nun damit umgehen lernen, dass sie ihr Bedürfnis nicht einfach so befriedigen können. Der Hund, der gerne tobt, muss ggf. darauf verzichten, der nicht so gerne spielende Hund muss sich ggf. gegen den anspielenden Hund zur Wehr setzen oder aushalten, dass andere aus der Gruppe um ihn herum toben. Ein Hund liebt lange Spaziergänge über Stock und Stein, der andere läuft nicht gerne durch Unterholz und co. Einer der Hunde würde gerne immer mal wieder andere Hunde treffen und Kontakt haben, der andere kann das gar nicht haben. Die stellt unter Umständen auch den Hundebesitzer vor eine Herausforderung, um allen Hunden und ihren Bedürfnissen nach Möglichkeit gerecht zu werden. Es bindet zeitliche, finanzielle und emotionale Ressourcen, benötigt unter Umständen Managementmaßnahmen und Trainingsmaßnahmen.

Eine ganz individuelle Sache

Es ist also wie so häufig, dass sich ein individueller und einzelfallbezogener Blick lohnt, wenn die Frage im Raum steht, ob ein weiterer Hund einziehen soll. Es gibt durchaus Hunde, die als Einzelhund glücklich und zufrieden sind. Und es gibt mit Sicherheit Hunde, die als Einzelhund glücklicher und zufriedener sind, als in einer Gruppe mit Artgenossen.[/fusion_text][fusion_text]

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