Das Jahr ist noch ganz frisch und schon stehen wir unter Druck. Gute Vorsätze!
„Jetzt übe ich mit Fiffi endlich, dass er die Nachbarskatze nicht mehr jagt!“
„Sobald ich Zeit habe, trainiere ich endlich, dass Bruno nicht mehr an der Leine zieht!“
„Im neuen Jahr kümmere ich mich endlich darum, dass Bella nicht mehr am Tisch bettelt!“
Und was passiert, wenn wir uns stattdessen einfach gar nichts vornehmen?
Sonja Meiburg weiß es.

gute Vorsätze

In den letzten drei Jahren hat es schon nicht geklappt. An jedem Neujahr nehmen wir uns tolle Dinge vor, die spätestens nach zwei Monaten wieder vergessen sind. Rückruf, Leinenführigkeit, Bettelverbot? Pfff, ist immer noch auf demselben Stand wie auch das Jahr zuvor. Nur kommt jetzt noch das latent schlechte Gewissen dazu. „Ich müsste doch eigentlich…“

Was müsstest du eigentlich? Den Rückruf trainieren? Och, es gibt doch auch Schleppleinen… Die Leinenführigkeit üben? Ja, wäre nicht schlecht, aber soooo kräftig ist der Hund jetzt auch wieder nicht… Das Betteln abgewöhnen? Aber sie guckt doch immer so süß!

Ausreden gibt´s jede Menge. Wenn der Leidensdruck oder der Spaß am Training einfach nicht groß genug ist, werden die gute Vorsätze im neuen Jahr schnell wieder im tiefsten Keller vergraben.

Und dann? Was passiert dann Schlimmes? Nix! Natürlich kann es passieren, dass die Bettelpolizei (vielleicht in Form eurer Schwiegermutter) mal mit am Tisch sitzt und anmerkt: „Also eigentlich sollte ein Hund bei Tisch nicht betteln.“ Tja, ihr konntet bisher damit umgehen, ihr könnt es auch sicher in Zukunft.

Was auch noch passieren könnte, ist, dass ihr euch gar keine „guten“ Vorsätze vornehmt. Vielleicht geht ihr dann viel entspannter ins neue Jahr und genießt einfach das Zusammenleben mit euren Vierbeinern und all ihren zauberhaften Macken.

Viel Spaß und ein frohes, neues Jahr!

Über die Autorin

Sonja MeiburgSonja Meiburg ist seit vielen Jahren Hundetrainerin und war in verschiedenen Vereinen als Ausbilderin tätig (BLV-Ausbilderprüfung 2005). Seit 2006 gibt sie ihr Wissen in ihrer eigenen Hundeschule weiter. Seit 1998 ist sie Clicker-Trainerin. Gelernt hat sie ihr Wissen bei vielen nationalen und internationalen Lehrern, u.a. bei Ute Blaschke-Berthold, Martin Pietralla, Kay Laurence und Mary Ray. Sie setzt den Clicker nicht nur zum Grundgehorsam und für Tricks ein, sondern auch im Hundesport und in der Verhaltenstherapie.   >> mehr über Sonja Meiburg

Bildquelle

  • Lara Meiburg Photographie