“Es ist doch nur ein wenig Durchfall. Nichts Schlimmes. Damit kann ich doch ganz sicher spazieren gehen. Und Hundeschule schadet da bestimmt auch nicht, ist ja an der frischen Luft und frische Luft ist gesund. Oder?”
Nicht nur wir Menschen, sondern auch unsere Hunde können erkranken. Bauchschmerzen, verletzte Muskeln, Kopfweh. Und doch lassen wir ihnen oft keine Zeit und keinen Raum, Krankheiten auszukurieren. Warum eigentlich nicht? (von Sonja Meiburg)

Lara Meiburg Photographie, Hund (IMG_3691)

“Ich habe einen Virus und musste mich heute Nacht fünf Mal übergeben”, stand vor einiger Zeit auf Insta unter einem Foto. Zu sehen war ein Hund, umringt von Kindern, der trotz seines Virus und der durchwachten, durchkotzten Nacht morgens mit in die Schule gegangen ist. Äh, why?

Krank sein beschäftigt Körper und Geist

Wenn dein Hund krank ist, dann kämpft sein Körper gegen einen Virus. Oder gegen Schmerzreize. Oder gegen Schwindel. Gegen was auch immer ihn gerade krank macht. Wenn dein Hund krank ist, ist sein Körper darauf ausgerichtet, ihn wieder so gesund wie möglich zu machen. Das braucht Energie. Energie, die dein Hund dann nicht mehr übrig hat für unnötige körperliche oder geistige Anstrengung. Der Körper deines Hundes braucht nun alle Kraft, die er hat, um gesund zu werden. Das heißt, es liegt an dir, ihm Anstrengungen zu ersparen, damit sein Körper in der Ruhe die Energie sammeln kann, die er benötigt. Bekommt er diese Ruhe nicht, verzögerst oder verhinderst du auf diese Weise nicht nur den notwendigen Heilungsprozess, sondern du stellst auch die Nerven deines Hundes auf eine harte Probe.

Wer krank ist, braucht Ruhe

Wer krank ist, hat meistens keine Nerven für laute Geräusche, grelles Licht, anstrengende Bewegungen. Du kennst das doch sicher auch von dir: Hast du Kopf- oder Rückenschmerzen, dann liegen die Nerven blank. Kommt dann jemand auf dich zu und will etwas von dir, reagierst du gereizter und ungeduldiger als du es tätest, wenn es dir besser ginge. So geht es auch deinem Hund. Sein Verhalten verändert sich, wenn er krank ist, und darauf darfst du Rücksicht nehmen. Du möchtest doch sicher nicht riskieren, dass dein Hund in der Hundeschule plötzlich andere Hunde angeht, weil er sich nicht wohlfühlt. Oder wie im Falle des Schulhunds: Wenn es richtig blöd kommt, verbindet dieser Hund den Schulbesuch mit sehr viel Stress durch Kinderlärm, unerwünschte Berührungen, Hektik, zu wenig Schlaf. Vielleicht schnappt er dann nach einem Kind, das ihn streicheln möchte, obwohl er sonst ein ganz lieber Kerl ist. Wer krank ist, bleibt zu Hause! Das gilt für das Kind genauso wie für den Hund.

Passe dein tägliches Programm an

Das bedeutet: Ein kranker Hund hat nichts in der Hundeschule, der Schule oder auf einem Spaziergang verloren. Wir reden hier nicht einmal von der Gefahr von Ansteckung durch Viren (die kommt ja noch dazu). Wir reden davon, dass dein Hund diese geistige und körperliche Leistung gar nicht erbringen kann, wenn er krank ist. Natürlich gibt es Krankheiten, bei denen frische Luft und dosierte Bewegung gut tun. Dann bekommt er die natürlich auch. Wir reden hier von allen zusätzlichen, unnötigen Reizen, die einem kranken Hund zugemutet werden.

Fazit: Liebevolle Betreuung rockt

Ist dein Hund krank, bleibt er daheim und bekommt die Ruhe, die er benötigt, angepasst an seine Krankheit. Optimal ist es, wenn er in dieser Zeit liebevoll betreut werden kann. Kannst du diese Betreuung selbst nicht leisten und weißt nicht, wer die übernehmen könnte, weil du dir bisher noch keine Gedanken um diesen Umstand machen musstest, dann ist heute der perfekte Tag, um dich darum zu kümmern. Leg los! Was wirst du tun, wenn dein Hund krank wird und Betreuung braucht?

Bildquelle

  • Lara Meiburg Photographie