Diesen Satz hört Hundetrainerin Regine Hochhäusler gar nicht selten. Und gleich läutet bei ihr die Alarmglocke „Gesundheit“. Verhaltensprobleme können auch durch Schmerzen oder andere körperliche Ursachen entstehen. Regine erklärt, worauf du achten solltest.

Hey-Fiffi.com: Damon
Zeigt dein Hund relativ plötzlich eine starke Verhaltensveränderung, solltest du unbedingt auf seine Gesundheit schauen. Schmerzen sind oft Auslöser für aggressives oder sehr ängstliches Verhalten. In meiner Tätigkeit als Hundetrainerin habe ich das schon oft erlebt.
Wenn dein Hund, der sonst völlig verträglich ist, plötzlich stark unfreundlich auf Artgenossen reagiert, geschieht dies oft, um näheren und auch körperlichen Kontakt zu vermeiden. Dein Hund möchte dann nicht, dass er an bestimmten (schmerzenden) Körperstellen berührt wird.
Oder er kann sich aufgrund von Schmerzen nicht adäquat in einer Begegnung mit Artgenossen bewegen und versucht deswegen, sich andere vom Leib zu halten.

Aggression, Ängstlichkeit und Desinteresse sind Alarmzeichen

Dies betrifft aber nicht nur die Veränderung hin zu aggressivem Verhalten. Wenn dein Hund sich immer mehr zurückzieht und Interesse an Dingen verliert, sollte er gesundheitlich gecheckt werden. Schmerzen nehmen die Lust am Leben. Und sie rauben Nerven, so dass dein Hund auf andere Dinge plötzlich ängstlicher oder stärker reagiert.
Nehmen wir einen Allergiker, dem die Haut stark juckt. Der kann körperliche Kontakte sicher auch nur schwer ertragen und möchte diese deshalb vermeiden.
Körperliche Symptome sind nicht immer deutlich zu erkennen. Viele Hunde leiden stumm. Sie humpeln oder jaulen nicht, wenn ihnen der Rücken oder die Hüfte weh tut.

Schau genauer hin!

Daher ist es wichtig, dass du dir deinen Hund genauer anschaust:

  • Frisst er schlechter?
  • Ist sein Fell schuppig?
  • Ruht er deutlich mehr als sonst?
  • Knirscht er mit den Zähnen?
  • Trinkt er vermehrt?
  • Frisst er viel Gras?
  • Leckt er häufig an bestimmten Körperstellen?
  • Hat er keine Lust mehr auf Spaziergänge?
  • Hechelt er vermehrt?
  • Ist er unterschiedlich bemuskelt?
  • Läuft er komisch?

Es gibt sicher noch viel mehr Anzeichen, die dein Hund zeigen könnte. Bist du dir unsicher, solltest du lieber einmal zu viel als zu wenig den Tierarzt aufsuchen. Manche Dinge übersieht man als Halter einfach, weil man sein Tier jeden Tag sieht.
Und vor allem: Ärgere dich nicht über das veränderte Verhalten oder greife „härter“ durch, sondern geh den Ursachen auf den Grund.

Über die Autorin Regine Hochhäusler

Genetisch schon mit einer großen Liebe zum Hund versehen, belästigte sie bereits zur Grundschulzeit sämtliche Nachbarn, ihre Vierbeiner ausführen zu dürfen. Sie durfte und war überglücklich. Dazu kam später die Arbeit mit Hunden, die im Tierheim saßen.
Diese Zeit war außerordentlich lehrreich und erweiterte ihr Wissen über Hunde um ein Vielfaches.

>> mehr über Regine Hochhäusler