In unserer kleinen Serie „Olivers Alltagsgeschichten“ erzählt Hey Fiffi-Trainerin Anja Püster über ihr tägliches Zusammensein mit ihrem Vierbeiner Oliver und wie sie Alltagssituationen geschickt meistert. Heute geht es um den Umgang mit Oliver als intaktem Rüden und seinem Markierbedürfnis.

Oliver
Oliver ist nicht kastriert und zeigt damit auch viele testosterongesteuerte Verhaltensweisen. Dazu gehört unter anderem auch das „Markieren“. Wenn wir rausgehen, muss er, sehr wichtig, an allen erdenklichen Stellen seinen Urin absetzten. Im Wohngebiet geht das aber eben leider nicht überall und ich muss ihn einschränken. Sprich: Verhalten abrechen und mir überlegen, was er, anstatt die Häuser anzupinkeln, tun kann (Alternativverhalten).

Frust verhindern

Wir kennen das ja. Wenn wir nicht so können/dürfen, wie wir wollen, kommt Frust auf. Den kann man mal aushalten, aber wenn wir uns immer einschränken müssen und die Frustration zu groß wird, werden wir schlecht gelaunt und im schlimmsten Fall reagieren wir auch mal aggressiv. Tja da geht es den Hunden und Oliver im speziellen auch nicht anders. Deshalb ziehe ich ihn nicht kommentarlos an der Leine weiter, sondern versuche, das „Du darfst hier nicht markieren“ nett zu verpacken und ihn davon zu überzeugen, dass Weitergehen auch nett sein kann. Naja, ich gebe mir Mühe.

Rechtzeitig agieren

Ich schränke ihn ein, indem ich an kritischen Stellen die Leine so kurz nehme, dass er gar nicht erst an den Makierungsecken schnuppert und mache ihm Vorschläge, was er stattdessen tun kann. Zum Beispiel: Meiner Hand folgen, zusammen ein Stück rennen oder ich mache ihn auf eine andere Pinkelstelle aufmerksam.

Netter Abbruch

Sollte ich zu spät reagiert haben und er schnüffelt schon und zeigt Anstalten das Bein zu heben, dann greift als Abbruch unser „Weiter“. Weiter ist die Ankündigung von einem Zug an der Leine (kein Ruck!!) und er hat gelernt, dass die Leine sich nicht strafft, wenn er zügig mitkommt. Ich hatte auch die Idee, ihm beizubringen, dass er zwar schnüffeln kann, aber nicht sein Bein heben soll. Das hat bisher leider nicht zufriedenstellend geklappt. Wenn einmal seine Hormone, durch das Schnüffeln angeregt, den Anstoß für das Verhalten „pinkeln“ gegeben haben, kann er sich nur sehr schlecht an die Vereinbarung „nur schnüffeln“ erinnern.

Wir bleiben aber dran!!!

Über die Autorin

Hundetrainerin Anja Püster - Hey-Fiffi.comAnja Püster lebt und arbeitet in Bergheim bei Köln.

Sie betreibt hauptberuflich eine Hundeschule und einen Gassi-Service.
Gut strukturiertes Training über positive Verstärkung ist ihre Leidenschaft.

Um Trainingsziele zu erreichen, arbeitet Sie in der Hundeschule und mit den Gassi-Hunden über Clickertraining.

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  • Anja Püster