Achtung: Schwieriges Thema mit viel Diskussionspotential. Wennste heute noch keinen Kaffee hattest, es draußen dauerregnet oder du anderweitig gerade nicht die besten Nerven zur Verfügung hast, lies es lieber später!
Es geht um das Thema: Was tun, wenn du beobachtest, wie jemand seinen Hund unschön behandelt?

Klappe halten

Ihr kennt das sicher auch: Ihr streunt gerade durch die Fußgängerzone und euch kommt jemand entgegen, der seinen Hund an Halsband und kurzer Leine heftigst herumruckt, weil sein Vierbeiner mitten in der Fußgängerzone an einer Häuserecke schnuppern wollte, aber nicht sollte. Oder jemand, der seinen Hund mit dem Stachelhalsband malträtiert. Oder jemand, der seinen sichtbar ängstlichen Hund durch eine Menschenmenge zerrt.

Es gibt sie

Machen wir uns nichts vor: Es gibt diese unschönen Situationen. Momente, in denen man sieht, dass der Hund leidet und sehr unfair behandelt oder sogar misshandelt wird. Aber was tun? Ich persönlich gehe immer davon aus, dass eigentlich niemand seinem Hund etwas Unangenehmes antun möchte. Ich denke, die meisten Menschen gehen davon aus, dass ihr Verhalten ihrem Hund gegenüber notwendig und richtig ist, auch wenn es sich vielleicht nicht so richtig gut anfühlt. Und dass sie es einfach nicht anders kennen. Oder selbst so viel Stress haben, dass sie nicht ruhig reagieren können. Oder sich von ihrer Umgebung beobachtet und verurteilt fühlen, wenn sich ihr Hund nicht “nett” benimmt und sich deshalb unter Druck gesetzt fühlen. Es gibt viele Gründe für unschönes Verhalten von Menschen ihren Hunden gegenüber.

Was tun?

Und jetzt kommt der schwierige Teil: Sagt ihr was? Schimpft ihr? Versucht ihr zu helfen? Ratschläge sind auch Schläge. Sie kommen unerwartet, unerwünscht und sorgen oft dafür, dass sich derjenige, der sie erhält, überrumpelt und in die Defensive gedrängt fühlt. Es ist ja wie bei Hunden auch. Strafen sorgen nicht unbedingt dafür, dass der Hund (bzw. in diesem Fall der Mensch) danach automatisch besseres Verhalten zeigt. Nur weil jemand schimpft, heißt das nicht, dass der Mensch, der vorher seinen Hund unschön behandelt hat, jetzt auf einmal supernett auf positive Verstärkung umschwenkt. Und es ist ja auch nicht gesagt, dass wir immer recht haben und die Situation zutreffend einschätzen.

Was tut ihr?

Jede Situation ist anders. Jeder Mensch ist anders. Daher frag ich einfach mal in die Runde: Was tut ihr, wenn ihr eine Situation bemerkt, in der es einem Hund nicht gut geht, weil er von seiner Bezugsperson zum Beispiel heftig gemaßregelt wird? Oder wie reagiert ihr, wenn ihr merkt, dass ein Hund ganz offensichtlich große Angst hat, aber diese Angst die dazugehörigen Menschen nicht interessiert? Und hattet ihr mit eurer Taktik schon mal Erfolg? Konntet ihr ein Gespräch anfangen und vielleicht tatsächlich den Menschen etwas sensibilisieren? Schreibt uns bitte, denn ich persönlich merke in solchen Situationen immer wieder, wie hilflos ich mich fühle, weil ich dem Hund gerne helfen würde, aber nicht so recht weiß, ob und wie ich den dazugehörigen Menschen ansprechen könnte, ohne extrem übergriffig zu wirken und ohne dass mir gegenüber jemand gleich in Abwehrhaltung gehen muss. Schwierig. Sehr schwierig.
Vielleicht könnt ihr uns mit euren Erfahrungen weiterhelfen.

Autorin

Sonja Meiburg

Bildquelle

  • Lara Meiburg Laras Photographie