Warum kleine Schritte so wichtig sind

Was Hänsel und Gretel und Brotkrumen mit Hundeerziehung zu tun haben? Hey Fiffi-Trainerin Manuela Zaitz sagt´s euch.

Als Hundetrainerin bekomme ich von neuen Kunden manchmal schräge Blicke: „Das soll ich jetzt schon belohnen? Das hat er doch noch gar nicht richtig gemacht“.
Kleinschrittiger Aufbau von Verhalten mittels Markersignal und Belohnungen sind mir sehr wichtig. Ich möchte gern, dass der Hund ganz sicher weiß, das, was er tut, ist richtig.

Um das für die Menschen deutlicher zu machen, erzähle ich gerne die Geschichte von Hänsel und Gretel: Die Geschwister müssen möglichst viele Brotkrumen auf den Weg streuen, um sicher zum Ziel zu finden. Liegen die Markierungen nah beieinander, können sie sicher von Markierung zu Markierung gehen und finden den Weg leicht und ohne Probleme. Liegen die Wegmarkierung zu weit auseinander, fühlt man sich unsicher: „Bin ich noch richtig?“. Manchmal geht man dann den Weg zurück, schlägt einen anderen Weg ein, geht wieder zurück. Es fühlt sich nicht gut an, nicht zu wissen ob man auf dem richtigen Weg ist.

Geht man aber häufiger den gleichen Weg, benötigt man von mal zu mal weniger Markierungen, weil man schon Erfahrung gesammelt hat, weil man sicherer geworden ist und schon eine Idee hat, wie es weiter geht.

So geht es auch den Hunden. Festigen wir den Weg zum gewünschten Verhalten gleich zu Beginn mit vielen Markierungen, also mit Markersignalen und Belohnungen, geben wir ihnen Sicherheit. Je häufiger wir die Übungen wiederholen, umso weniger Markierungen benötigen sie.

Wenn also Ihr Ziel ist, dass Ihr Hund über weitere Strecken an lockerer Leine neben Ihnen läuft und dabei schön aufmerksam ist, so beginnen wir mit dem ersten Schritt.
Belohnen wir hier kleinschrittig, ohne dass der Hund in die Leine rennt und ohne das er zurück bleibt, so fühlt sich das für viele Hundehalter erst einmal komisch an. „So kommen wir ja gar nicht vorwärts“, „Das kann ich doch jetzt nicht 8 Häuserblocks lang machen“. Keine Sorge, das muss man auch gar nicht. Der Hund soll sicher lernen: An lockerer Leine laufen lohnt sich! Das klappt zu Beginn vielleicht nur drei Schritte, dann fünf, dann sieben… und irgendwann hat es sich verselbstständigt. Dann läuft der Hund an lockerer Leine, weil man das immer so gemacht hat, weil es sich gelohnt hat und weil es sich von Zeit zu Zeit immer noch lohnt.
Helfen Sie Ihrem Hund, den richtigen Weg zu finden. Das macht viel mehr Spaß und ist viel effizienter als ihn ein Leben lang „zu korrigieren“.

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  • Manuela Zaitz