Seit gut einem Jahr leben wir im Ausnahmezustand. Das Leben steht Kopf. Auch für unsere Vierbeiner bedeutet das einen völlig anderen Tagesablauf. Sicherheit gebende Gewohnheiten fallen weg und auch der Mensch ist zunehmend genervt. Dies überträgt sich nicht selten auf den Hund und es können durchaus ganz neue Probleme auftreten. Was tun? Trau dich! Die Hundeschulen haben zwar ihre Hundeplätze geschlossen, ihre Onlinetrainings aber nicht. Dana Taake möchte dir Mut machen, es einfach mal zu versuchen.

Corona
Foto: Dana Taake

Herausforderung in Coronazeiten

Die Hunde bekommen zu Hause viel weniger Ruhephasen, da fast permanent jemand zu Hause ist. Auch das Alleinsein wird seltener oder gar nicht mehr geübt, wodurch es derzeit viel mehr Hunde gibt, die unter Trennungsstress leiden, wenn sie doch mal alleine bleiben müssen. Hinzu kommt, dass Hundeschulen mittlerweile schon seit mehreren Monaten geschlossen sind. Präsenztraining auf dem Platz oder zu Hause sind nicht möglich. Dies stellt besonders Ersthundebesitzer vor große Herausforderungen.

Onlinetraining

So spielt das Onlinetraining eine immer größere Rolle. Doch kann das funktionieren, wenn der Trainer/die Trainerin nicht persönlich vor Ort ist und dir keine direkten Anweisungen geben kann? Onlinetraining ist im Hundeschulbereich keine Neuheit und es gibt verschiedenste Möglichkeiten, Training zu geben und Theorie wie auch Praxis zu vermitteln. So kannst du am Training sogar vom Wohnzimmer aus teilnehmen, wenn dieses per Videomeeting stattfindet. Das ermöglicht es dem Trainer/der Trainerin, präzise Anweisungen zu geben, das Mensch-Hund-Team direkt zu coachen oder mit dem eigenen Hund etwas vorzumachen. Auf diese Weise können Einzel- wie auch Gruppentrainings zu vielen Themen trotzdem stattfinden, so dass man auch im Lockdown nicht auf das dringend benötigte Training verzichten muss.

Training über Anleitungsvideos

Du kannst aber nicht nur per Videomeeting trainieren. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, Menschen mit ihren Hunden online zu betreuen. Beispielsweise kann der Hundetrainer/die Hundetrainerin theoretische wie auch praktische Inhalte aufbereiten und per Mail verschicken. Hierbei können Anleitungsvideos erstellt und mitversendet werden, die dem Teilnehmer/der Teilnehmerin das Training häppchenweise und kleinschrittig erklären. So kann man jeden Tag einen neuen Trainingsschritt erklären und vom Teilnehmer/von der Teilnehmerin umsetzen lassen. Die TeilnehmerInnen wiederum können im Anschluss selber Videos ihres Trainings erstellen und diese an den Trainer/die Trainerin weiterleiten, so dass auch auf diesem Wege eine Rückmeldung des Hundetrainers/der Hundetrainerin an seinen Teilnehmer*innen problemlos möglich ist.

Funktioniert es?

Um auf die Anfangsfrage, ob dies funktionieren kann, zurückzukommen: Onlinetraining funktioniert super. Es hat, wie so vieles im Leben, natürlich seine Vor- und Nachteile. Sicher wird es TeilnehmerInnen geben, für die ein Onlinetraining nicht in Frage kommt und auch manche Problemverhalten lassen sich ganz sicher nicht online trainieren. Hier ist es besonders bei Problemen unabdingbar, sich mit seinem Trainer/seiner Trainerin zu besprechen und dann zu entscheiden, ob das Training online möglich und sinnvoll ist oder nicht.

Vorteile

Onlinetraining bringt aber auch sehr viele Vorteile mit sich, denen oft viel zu wenig Beachtung geschenkt wird, denn gerade im Training mit einem Tier ist ein kleinschrittiger Aufbau sehr wichtig.
Hinzu kommt, dass man zu Hause im gewohnten Umfeld mit dem Hund üben kann. Dies bedeutet eine reizarme Umgebung und eine entspannte Trainingsatmosphäre mit entsprechend wenig Ablenkung, was für den Hund ideale Trainingsvoraussetzungen sind. So kann ein Hund etwas Neues viel einfacher und unter Umständen sogar deutlich schneller erlernen. Für viele Hunde ist der Besuch in einer Hundeschule gerade in den ersten Stunden doch recht aufregend und das Lernen fällt ihnen anfangs erstmal schwer. Fängt man allerdings zu Hause an, so kann Schritt für Schritt der Trainingsort verändert und somit nach und nach für mehr Ablenkung gesorgt werden.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man dadurch sehr alltagsnah trainiert, da man direkt dort übt, wo es benötigt wird: Zu Hause, im Garten, auf den täglichen Gassistrecken, …  Im Hundeschulalltag begegnen uns immer wieder Hunde, die das Erlernte auf dem Hundeplatz sicher und zuverlässig zeigen können, auf dem Spaziergang aber nicht. Diese Problematik entsteht bei Onlinekursen nicht.

Voraussetzungen

Damit ein Onlinekurs gut funktioniert, sollte er strukturiert und fachlich korrekt vorbereitet sein. Auch sollte schnell ersichtlich sein, über welches Medium der Kurs stattfindet, damit jeder Teilnehmer den für ihn passenden Kurs wählen kann. Gerade bei Onlinekursen, die per Videomeeting stattfinden, sollte der Trainer/die Trainerin für die Teilnehmer*innen die Möglichkeit schaffen, sich zum Kursbeginn mit der Technik vertraut zu machen. Dann können Teilnehmer*innen, Vierbeiner und natürlich auch die Hundetrainer*innen trotz aller widrigen Umstände derzeit richtig Spaß und vor allem viele Erfolgserlebnisse und Aha-Momente beim Training haben.[/fusion_text][/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]

Über die Autorin

Dana Taake

Dana Taake, Hundeschule dogtrainPlus (www.dogtrainplus.de)

Dana Taake über sich selbst: Ich wohne in NRW und betreibe hier mit Katja Wellpott zusammen die Hundeschule dogtrainPlus. Ich habe selber zwei Australian Shepherds und trainiere zusätzlich, wann immer es die Zeit zulässt, auch gerne mit den beiden Aussies meiner Mutter. Neben den alltäglichen Trainingsthemen befasse ich mich unheimlich gerne mit Tricktraining. Außerdem begleiten mich meine beiden Hündinnen regelmäßig beim Laufen und Wandern. Seit guten zwei Jahren informiere ich auch auf meinem YouTube Kanal „Australian Shepherds Amy, Joy und Liv“ über positives Hundetraining und zeige den Zuschauern dort, wie wir bestimmte Themen trainieren und dass das Training über positive Verstärkung ganz wunderbar funktioniert.

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