Der Clicker. Er macht ein mechanisches Geräusch. Das klingt irgendwie unpersönlich. Aber ist der Clicker deswegen emotions- oder kommunikationslos? Hey Fiffi-Trainerin Ines Grötker hat sich darüber Gedanken gemacht.

Clicker

Leider wird das Clicker- oder Markertraining oft verpönt und schlecht gemacht, da behauptet wird, es sei eine rein mechanische und emotionslose Konditionierungssache.  Ja, es ist ein mechanischer Vorgang, wenn ich auf den Clicker drücke und ja, es findet eine Konditionierung statt, wenn ich das Clickgeräusch mit bestimmten Dingen verknüpfe. Es findet dabei natürlich auch ein Lernvorgang statt.

Lernen und Emotionen

Habt ihr aber mal versucht, bei einem Lernvorgang, ob gewollt oder nicht, nichts zu fühlen?  Na? Ganz genau- das geht nicht! Lernen ist IMMER auch an Emotionen geknüpft. Wenn ich eine positive Lernerfahrung mache, fühle ich mich gut und werde wahrscheinlich nichts dagegen haben, diese Situation noch einmal zu erleben.  Habe ich zum Beispiel etwas erfolgreich repariert und es funktioniert danach wieder, habe ich sogar doppelt Grund zur Freude: Ich habe etwas erfolgreich geschafft und kann das, was defekt war, wieder nutzen. Geht es in Zukunft wieder kaputt, werde ich es sehr wahrscheinlich wieder reparieren, da ich das Erlebnis positiv verknüpft habe! Auch hier findet eine Konditionierung statt, ob ich das möchte oder nicht. Natürlich gilt das auch für den umgekehrten Fall, wenn ich etwas nicht geschafft habe. Dann bin ich enttäuscht und habe Frust. In der nächsten, ähnlichen Situation habe ich wahrscheinlich schon eine negative Haltung und gehe die Sache ohne große Freude oder gar nicht an.

Lernen und Gefühle kann man nicht trennen

Es ist also gar nicht möglich, Lernen und Gefühle voneinander zu trennen. Somit stimmt es also auch nicht, dass Clickern eine emotionslose Angelegenheit ist. Im Gegenteil. Es ist wunderbar anzuschauen, mit welch einem Spaß Hund und Mensch dabei interagieren, eben weil das Clickern mit so viel positiven Emotionen verknüpft ist. Was ist daran verwerflich, ein Signal zu haben, was meinen Partner in positive Stimmung versetzen und somit auch Sicherheit geben kann? Ohne vorherige Konditionierung ist dies auf jeden Fall nicht so schnell und zuverlässig möglich.

Konditionieren oder kommunizieren?

Ein Satz, den ich häufiger höre lautet: „Ich möchte nicht konditionieren, ich möchte kommunizieren”.
Für eine Kommunikation braucht es einen Sender (Mensch mit Clicker) und einen Empfänger (in unserem Fall ein Hund). Wenn mein Hund jetzt mit dem Kopf im Mäuseloch steckt und nicht auf den Clicker oder mich reagiert, dann findet tatsächlich keine Kommunikation statt. In allen anderen Fällen schon. Die Belohnung kommt ja meistens nicht vom Himmel geflogen, sondern die erhält mein Hund von mir. Ganz egal, in welcher Form. Hier findet dann also Kommunikation statt.  Auch der reine „Clickvorgang“ ist schon Kommunikation. Hier wird dem Hund mitgeteilt, was er als Nächstes zu erwarten hat und zwar auf eine ganz eindeutige Weise.

Kommunikation mit positiven Emotionen

Viele Leute denken wahrscheinlich, dass man bei der Benutzung eines Clickers gar nicht mehr mit dem Hund redet, sondern nur noch stumm vor sich hin clickt. Das stimmt natürlich nicht. Unsere Stimme, Mimik und Körpersprache kann auch ganz wunderbar zusätzlich zu einer Belohnung oder sogar selbst als Verstärker eingesetzt werden.
Zusammenfassend kann man also sagen:
Clicken IST Kommunikation! Und zwar eine, die positive Emotionen auslöst!

Autorin

Ines Grötker

Bildquelle

  • Ines Grötker