Der hat zu kommen, wenn ich ihn rufe!

Es ist eine fast alltägliche Szene: Menschen stehen im Park, im Wald oder auf dem Feld und rufen nach ihrem Hund. Häufig kommt der gerufene Hund. Weit häufiger kommt der Hund nur zögerlich bis gar nicht, auf Umwegen oder erst, nachdem er erledigt hat, was Hunde halt so zu erledigen haben. Noch schwieriger wird es, den Hund zurück zu bekommen, wenn dieser etwas entdeckt hat, was sein Interesse weckt. Das kann ein anderer Hund sein, ein Jogger, ein Kaninchen, ein Mauseloch oder jede Menge andere Sachen. Hunde sind da sehr vielseitig interessiert und kreativ. Was passiert, wenn du deinen Hund strafst, wenn er nicht sofort auf dein Rufen reagiert, erklärt Hey Fiffi-Trainerin Daniela Maletzki.

Er muss kommen

Und wenn er nicht kommt?

Nachdem der Hund dann endlich wieder bei seinem Menschen angekommen ist, wird er darüber belehrt, dass er nicht wegzulaufen hat. Es wird mit ihm geschimpft oder er wird dafür bestraft, weggelaufen oder nicht sofort zurückgekommen zu sein. Es gibt also sehr viele Hunde, bei denen der Rückruf, also das Zurückkommen, auf ein Signal hin (Rufen, Pfeifen, etc.) nicht gut funktioniert. Und es gibt sehr viele Hundehalter, die sich darüber aufregen und den Hund dafür verantwortlich machen.

Der Rückruf ist nicht angeboren

Es gibt Hunde, die achten beim Spaziergang auf ihren Menschen und bleiben in dessen Nähe und es gibt Hunde, die entfernen sich teils sehr weit. Dies hat sowohl etwas mit der Rassezugehörigkeit, als auch mit den individuellen Eigenheiten eines Hundes zu tun. Insofern gibt es Hunde, bei denen es nicht schwerfällt, einen gut funktionierenden Rückruf zu trainieren und es gibt welche, da ist es schwieriger. Was aber alle Hunde gemeinsam haben: Sie sind nicht auf die Welt kommen und wissen automatisch, was ein Rückruf ist und wie dieser funktioniert. Ein Rückruf muss geübt und trainiert werden (kleinschrittig, dem Hund angepasst). Was vielen Menschen bewusst ist, wenn es um Sitz und Platz geht, scheint beim Rückruf oft vergessen zu werden. Der Hund wird abgeleint und man rechnet damit, dass er schon irgendwie zurückkommen wird, auch unter größter Ablenkung.

Der Hund wird für das Fehlverhalten des Menschen bestraft

Wenn du einen Hund von der Leine lässt, obwohl dieser nie gelernt hat zurück zu kommen, weil du es ihm nicht beigebracht hast, dann darfst du dich auch nicht darüber ärgern, wenn es nicht klappt. Wenn du sogar weißt, dass dein Hund grundsätzlich gar nicht oder in bestimmten Situationen nicht zurückkommt, dann solltest du ihn auch nicht von der Leine lassen. Tust du es doch, dann hast du nicht das Recht, dich anschließend über den Hund aufzuregen und ihn für dein eigenes Fehlverhalten verantwortlich zu machen. Dein Hund kann nicht wissen, dass es in deinen Augen falsch ist, wenn er wegläuft oder nicht zurückkommt. In den Augen deines Hundes ist es kein Fehler, einem Kaninchen hinterher zu rennen. Es handelt sich dabei um ganz normales Hundeverhalten.

So kommt er ganz sicher nicht

Den Hund dafür zu schimpfen oder zu bestrafen, wenn er wieder da ist – ganz egal was er vorher getan hat – ist nicht nur unfair, sondern führt auch in Zukunft dazu, dass dein Hund noch weniger gerne zu dir zurückkommt. Auch wenn es schwerfällt – weil dein Hund sich gerade in einem frisch gedüngten Feld gewälzt hat und stinkt wie die Hölle – solltest du dich darüber freuen, wenn er wieder da ist.

Und was ist mit Freilauf?

Freilauf ist natürlich für viele Hunde (und Hundehalter) ein Highlight und auch wichtig. Allerdings sollten die Voraussetzungen stimmen. Das heißt, dein Hund sollte zuallererst einmal gelernt haben zurück zu kommen, wenn du ihn rufst. Klappt dies noch nicht so gut, kann eine Schleppleine gute Dienste leisten oder du nutzt zunächst deinen Garten oder das Angebot von Hundewiesen, um deinen Hund frei laufen zu lassen. Außerdem solltest du gerade für die Anfänge des Freilaufs übersichtliche, nicht stark frequentierte und, wenn du einen jagdlich ambitionierten Hund hast, auch wildfreie Routen wählen. Auch hier kann zunächst die Schleppleine am Hund bleiben. In der Nähe von Straßen sollte dein Hund grundsätzlich an der Leine bleiben, ganz egal wie gut er hört.

Keine Lust auf Training?

Fehlt dir die Geduld, einen Rückruf erst vernünftig zu trainieren und du lässt den Hund vorher von der Leine, dann solltest du zumindest gewährleisten, dass dein Hund weder sich noch andere gefährden kann und dann darfst du dich auch ärgern, wenn er nicht kommt. Und zwar einzig und allein über dich selbst.

Du möchtest wissen, wie du den Rückruf geschickt aufbaust? Dann schau mal hier rein:
https://www.hey-fiffi.com/rueckruftraining-hunde/

Über die Autorin

Daniela Maletzki - Hey-Fiffi.comDaniela absolvierte ein Studium zur Tierpsychologin mit Schwerpunkt Hund in Kombination mit einer Ausbildung zur Hundetrainerin an der Akademie für Tiernaturheilkunde (ATN). Das Studium schloss sie im September 2010 ab, die Ausbildung zur Hundetrainerin im April 2011. Auch nach Abschluss ihrer Ausbildung, bildet sie sich regelmäßig bei verschiedenen Dozenten fort. Damit aus Mensch und Hund ein Team wird, ist ein durch Verständnis und gegenseitiges Vertrauen geprägter Umgang miteinander wichtig.

Voraussetzung dafür ist, das Verhalten seines Hundes zu verstehen, zu wissen wie ein Hund überhaupt lernt, wie man ihn motivieren kann und wie man dieses Wissen im Training einsetzen kann. Daher basiert Danielas Training auf positiver Verstärkung.

Bildquelle

  • Lara Meiburg Photographie

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