Hunde werden gern belohnt. Eigentlich wird jedes Säugetier gern belohnt. Wir Menschen können uns da nicht ausnehmen. Eine passende Belohnung erhöht die Motivation etwas zu tun immens. Was ist aber nun Belohnung? Vieles, was gut gemeint ist, ist nicht gut gemacht. Hey-Fiffi-Trainerin Regine Hochhäusler hat mal nachgedacht.

tätscheln

Wir erinnern uns mal an die Tante von früher, die uns immer in die rosigen Wangen gezwickt hat mit den Worten „Na mein Kind, gut siehst du aus!“ Richtig nett wurde es dann, wenn sie in ihr Taschentuch gespuckt und uns die Mundwinkel sauber gewischt hat. Wie gern sind wir zu dieser Tante gefahren? Richtig, SEHR ungern.

Sehr beliebt als Belohnung: Köpfchentätscheln

Ähnlich verhält es sich beim Hund. Ich beobachte oft Hunde, die sich den übergriffigen Tätscheleien vom Menschen gern entziehen würden. Vor allem das Tätscheln von oben auf den Kopf… ich hab noch nicht einen einzigen Hund gesehen, der sich über diese Geste gefreut hätte.

Warum ist das für die Hunde nicht so dolle?

Hunde orientieren sich in der Umwelt nach zwei Kriterien: Sicher oder unsicher? Ganz besonders fein reagieren sie dabei auf unsere Körpersprache. Viele Menschen übersehen es, wenn Hunde Unwohlsein zeigen, weil wir Menschen grobmotorisch an ihnen rumstreicheln. Ganz besonders auffallend ist das beim Tätscheln auf den Kopf. Da kloppt die Menschenhand von oben auf den Hundeschädel begleitet von den Worten „Ah, du braver Hund, fein hast du das gemacht!“ Und der Hund fragt sich, warum er denn jetzt bestraft wird. Denn das ist tatsächlich eine Strafe für den Hund. Erinnern wir uns an die wangenkneifende Tante….uns hat es gegruselt.

Grobmotorisch Tätscheln kann eine Bestrafung sein – Teste es!

Und so empfindet der Hund das auch. Er empfindet es als körperliche Bedrohung, besonders weil die Berührung von oben kommt. Wir können gut beobachten, wie Hunde, die so angefasst werden, den Kopf immer absenken oder wegdrehen. Der Gesichtsausdruck spricht dabei Bände. Wenn euch das nicht bewusst ist, lasst euch mal filmen in der Interaktion mit euren Hunden. Wie reagieren sie auf Berührungen, Bewegungen und Körperhaltungen von euch? Versucht herauszufinden, was eure Hunde an Berührungen mögen, vor allem WO und WANN. Der größte Kuschler daheim auf der Couch kann Streichelattacken draußen als total unangenehm empfinden. Weil ihm da einfach nicht der Sinn nach steht. Ich möchte auch nicht mitten im Einkaufsparadies mit Rabattwoche plötzlich beschmust werden. Da wären mir 100 Euro viel lieber!

Lernt, eure Hunde zu lesen!

John Steinbeck hat es mal schön in Worte gefasst: „Ich habe einen Blick aus Hundeaugen gesehen, einen sich rasch verlierenden Ausdruck erstaunter Geringschätzung, und ich bin überzeugt, dass Hunde im Grunde denken, Menschen seien verrückt.“ Lernt, eure Hunde zu lesen und ihr werdet sehen, dass sich in der Mensch-Hund-Beziehung schon ganz viel zum Positiven verändert, wenn du auf unangenehme Verhaltensweisen verzichtest. Du kannst im Umgang mit deinem Hund ganz viel verbessern und unnötiges Bedrängen vermeiden.

Probier´s einfach mal aus!

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