Hundetrainer ist ein toller Beruf, die Arbeit mit Mensch und Tier wird hier ganz wunderbar unter einen Hut gebracht. Langeweile ist da auch nach über 10 Jahren Praxis noch nicht aufgetreten. Ganz im Gegenteil: Der Alltag ist oft gespickt mit lustigen, schönen, kuriosen, aber manchmal auch frustrierenden Momenten (zum Glück überwiegen letztere aber eindeutig nicht). Hey Fiffi-Trainerin Ines Grötker mit ein paar Anekdoten

Nähkästchen

Die Sache mit dem Dackel

Da ich fast ausschließlich nur Einzeltraining gebe und dieses in der Regel bei meinen Kunden zu Hause startet, lerne ich nicht zur zahlreiche Wohnzimmer kennen, auch „interessante Situationen“ kommen so zustande. So wird mir die Wohnungstür geöffnet, in welcher dann ein knurrender Dackel steht und sonst erst mal niemand. Aus dem Hintergrund ertönt dann eine Stimme, die mir mitteilt, dass ich doch schon einmal hereinkommen soll, der Besitzer sei gleich soweit. Mhm, da stehe ich, vor mir der Dackel, der mich aber wohl nicht so gerne in die Wohnung lassen möchte und dies auch deutlich kommunziert. Zum Glück finde ich in meiner Tasche noch ein paar Leckerchen, die ich dem Hund beherzt in die Wohnung schmeiße und die dieser dann auch tatsächlich einsammeln geht und mich hereinlässt. Nicht nur das, er scheint sogar seine Meinung über mich nochmal überdacht zu haben und ist von da ab freundlich zu mir. Dann erscheint auch der Besitzer mit den fröhlichen Worten, dass er ja nur mal gucken wollte, wie und ob der Hund mich denn in die Wohnung lasse. Da fehlen mir erst mal die Worte und im Stillen danke ich dem Dackel auch dafür, dass er kein Rottweiler ist…

Die Sache mit dem “Kampfhund”

Ein anderes Mal werde ich zu einer jungen Frau gerufen, die mit ihrem “Kampfhund”welpen eine Hundeschule besuchen soll. Sie habe da so ein Schreiben von der Stadt bekommen. Zum Glück lasse ich mir das Schreiben bei meiner Ankunft direkt zeigen und muss der Besitzerin erklären, dass in dem Schreiben nichts von Hundeschule steht, sondern von illegalem Besitz eines Kampfhundes und von der Abgabe des Tieres! Ich biete an, jetzt gleich beim Ansprechpartner bei der Stadt anzurufen und da mal nachzufragen. Gesagt, getan. Während ich mit dem Herrn von der Stadt telefoniere, der mir mitteilt, dass da nichts zu machen sei, es sei denn, die Besitzer zögen in ein anderes Bundesland, geht die Schlafzimmertür auf und ich sehe mich einem wutentbrannten Herrn gegenüber. Seine Freundin kann ihn nur mit Mühe davon abhalten, auf mich los zu gehen und versichert ihm, dass ich ihm den Hund nicht abnehmen, sondern nur helfen will. Währenddessen habe ich ja aber immer noch den Herrn von der Stadt an der Strippe. Der Hörer wird mir  aus der Hand gerissen und der erzürnte Besitzer fängt an, dem Herrn von der Stadt mit Erschießung (!!) zu drohen. Das meinte er im vollen Ernst. Mit Mühe gelingt es mir, den Hörer wieder an mich zu bringen und das Gespräch schnell zu beenden. Nachdem ich dem Pärchen geraten habe, sich eventuell wirklich mit einem Umzug auseinanderzusetzten, bin ich nur froh, wieder heile aus der Wohnung zu kommen, ohne erschossen zu werden und verzichte des Friedens willen auf mein Honorar. Ob im Anschluss noch das SEK bei dem Pärchen aufkreuzte, habe ich allerdings nie erfahren.

Paartherapie

Als absolute Empfehlung für alle, die mit dem Gedanken spielen, auch eventuell mal Hundetrainer zu werden: Eine Kombination mit der Ausbildung zum Eheberater wäre anzuraten und bestimmt eine Marktlücke! So  saß ich zum Beispiel auch schon mal zwischen den heulenden Partnern, die sich um den Hund stritten und fühlte mich in meinen Kompetenzen doch etwas überfordert. Zum Glück sind solche Erlebnisse aber dann doch eher die Ausnahme. Zur Regel gehört allerdings Kaffee! Viel Kaffee! In diesem Sinne, ein herzliches Dankeschön an alle (kaffeekochenden) Kunden, die mir einen so tollen, abwechslungsreichen Job ermöglichen und dafür sorgen, dass es fast immer etwas zu erzählen gibt.

Bildquelle

  • Laras Photography