Die schönste Zeit des Jahres ist der Urlaub… und diesen möchtest du natürlich gemeinsam mit deinem Hund verbringen. Wandern in den Bergen, barfuß am Strand in den Wellen toben oder eine Trekkingtour durch entlegene Nationalparks. Es gibt unendlich viele wunderschöne Reiseziele, die für dich und deinen Hund zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Den Rucksack packen, Hund schnappen und los? Was für einen Tagesausflug in der Region spontan und einfach machbar ist, muss für einen Urlaub intensiver durchdacht und langfristiger geplant werden, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Was kannst du schon Monate vor dem Urlaub trainieren und woran solltest du Last Minute noch denken? Hier bekommst du einen Überblick von Alexandra Hansch.

Urlaub

Einreisebestimmungen

Sobald das Wunschreiseziel feststeht, gilt es zu prüfen, wie die Einreisebestimmungen für Hunde sind. Hier gibt es auch innerhalb der Europäischen Union Abweichungen. In manchen Ländern wie Österreich und den Niederlanden sind ein EU-Heimtierausweis, ein Mikrochip, sowie eine gültige Tollwutimpfung, die mindestens 21 Tage alt ist, ausreichend. Andere Länder, wie zum Beispiel Großbritannien, fordern zusätzlich eine vorherige Bandwurmbehandlung, die vom Tierarzt in den EU-Heimtierausweis eingetragen werden muss und nicht länger als 1-5 Tage vor der Einreise zurückliegen darf. Welche Einreisebestimmungen in welchem Land gelten, erfährst du auf der Internetseite vom Auswärtigen Amt (www.auswaertiges-amt.de) unter: Sicher Reisen/Ihr Reiseland/ Besondere Zollvorschriften/Ein- und Ausfuhr von Heimtieren. Auch eine Liste der Hunderassen, die in das jeweilige Land eventuell nicht eingeführt werden dürfen, findest du dort. Achtung! Solltest du auf der Fahrt in dein Urlaubsland andere Länder durchqueren, musst du auch die Einreisebestimmungen für die Durchreiseländer beachten. Die Nichteinhaltung der Einreisebestimmungen ist kein Kavaliersdelikt. Der Hund kann in Quarantäne genommen werden, bis der Impfschutz vorliegt. Zusätzlich drohen hohe vierstellige Geldbußen.

Die Autofahrt – Sicher zum Ziel

In Deutschland gilt beim Transport von Hunden die Sicherungspflicht nach § 22 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung: „Die Ladung ist so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann.“ In vielen anderen Ländern gelten ähnliche Sicherungspflichten. Bei Verstoß drohen auch hier empfindliche Strafen. Allein aus eigenem Interesse, um deinen Hund und auch dich selber nicht zu gefährden, sollte der Hunde in einer fest installierten Box oder mit einem Sicherheitsgeschirr gesichert sein. Hilfreiche Informationen und Testberichte hierzu liefert der ADAC. Wenn dein Hund längere Autofahrten nicht gewöhnt ist oder du nicht sicher bist, wie er sie verträgt, mache im Vorfeld ein paar kleinere Testfahrten zu einem schönen Ziel, damit dein Hund die Fahrten positiv verknüpft. Für den Notfall kannst du bei deinem Tierarzt auch Reisetabletten besorgen, um Übelkeit zu vermeiden. Für die Pausen ist es ratsam, von der Autobahn abzufahren und ein ruhiges Plätzchen zum Beinevertreten zu suchen. Das Restaurant oder der Bäcker im nächsten Ort ist meistens auch viel günstiger und ruhiger als eine Autobahnraststätte.

Maulkorb

In vielen Ländern muss mittlerweile ein Maulkorb mitgeführt -nicht generell getragen- werden. Hierzu gibt es kein landesweit einheitlich geregeltes Gesetz. Die Umsetzung obliegt der jeweiligen Gemeinde. Ob und wo dein Hund einen Maulkorb tragen muss, erfährst du bei dem jeweiligen Tourismusverband des Urlaubsortes. In den meisten Fällen wird das Tragen des Maulkorbes in öffentlichen Verkehrsmitteln wie zum Beispiel in Bussen, auf Fähren und in Bergbahnen verlangt. Es ist also ratsam, einen gut sitzenden Maulkorb anzuschaffen und mitzunehmen. Wenn dein Hund noch nicht an einen Maulkorb gewöhnt ist, fange schon mehrere Monate vorher kleinschrittig mit dem Training an, damit er genügend Zeit hat sich daran zu gewöhnen.

Pausensignal

Im Urlaub ist für deinen Hund alles aufregend und neu. Er weiß nicht, was du geplant hast, wohin der nächste Ausflug geht und ob du auf der Bank länger sitzen bleibst oder gleich weiter gehst. Damit er sich darauf einstellen kann und weiß, wann er sich hinlegen und entspannen kann, ist der Aufbau eines Pausensignals sinnvoll. Dies eignet sich natürlich nicht nur für den Urlaub, sondern auch für viele andere Situationen im Alltag. Du nimmst eine kleine Decke oder ein Tuch als visuelles Zeichen und breitest es auf dem Boden aus. Zusammen mit einem Markerwort, zum Beispiel „Pause“, lädst du deinen Hund ein, sich hinzulegen. Zusätzlich kannst du einen Kauknochen oder einen Kong anbieten. Durch das Kauen kann dein Hund noch besser entspannen. Wähle für das Training zu Beginn immer einen ruhigen Ort. Schon nach kurzer Zeit hat dein Hund begriffen, dass eine Pause folgt, sobald du das Tuch aus der Tasche holst und das Pausensignal gibst.

Kontaktdaten am Hund

Waldi hat sich vom Acker gemacht. Worst Case. Damit ihr so schnell wie möglich wieder zueinander findet, befestige deine Kontaktdaten gut sichtbar am Hund. Wenn du im Ausland Urlaub machst, achte darauf, dass die Ländervorwahl von Deutschland (0049) vor deiner Handynummer angegeben ist.

Wichtige Telefonnummern

Damit du im Notfall schnell handeln kannst, recherchiere schon vor dem Urlaub, wo der nächste Tierarzt und eine Tierklinik mit 24 Stunden-Dienst ist und speichere die Telefonnummern und Adressen im Handy. Auch andere Telefonnummer, wie die von einem Hundefachgeschäft, kannst du schon im Vorfeld raussuchen.

Ausrüstung

Hast du eine Kanutour geplant, für die dein Hund eine Schwimmweste benötigt oder eine Alpenüberquerung mit Sicherheitsgeschirr und Pfotenschutz? Je nachdem wie abenteuerlich der Urlaub wird und welche spezielle Ausrüstung du benötigst, ist es auch hier ratsam, die Utensilien rechtzeitig anzuschaffen, um deinen Hund daran zu gewöhnen und unpassende Produkte noch umtauschen zu können.

Krankheiten & Prävention

Gibt es in deinem Urlaubsland Krankheitserreger, vor denen du deinen Hund im Vorfeld schützen kannst? Als Beispiel sei die Sandmücke genannt, die Leishmaniose überträgt und in vielen südlichen Ländern verbreitet ist. Hier kann eine Impfung und/oder ein zuverlässiger Mückenschutz eine Ansteckung verhindern. Zu weiteren länderspezifischen Vorkehrmaßnahmen kann dein Tierarzt dich beraten.

Reiseapotheke & Erste-Hilfe-Set

Auch wenn sie hoffentlich keine Anwendung findet, ist es sinnvoll, eine kleine Reiseapotheke und ein Erste-Hilfe-Set für den Hund dabei zu haben. Das gehört hinein:
Einmalhandschuhe, Schere, Zeckenzange, Fieberthermometer, Desinfektionsmittel für Wunden, Pfotenschuh, Verbandszeug (Watte, Tupfer, Polstermaterial, Elastikbinde, Klebeband), Einwegspritze (zur Medikamenteneingabe), Wund- und Heilsalbe, Augensalbe (zum Beispiel bei Entzündung durch Zugluft), Durchfallmittel, Parasitenschutz, Schmerzmittel für den Notfall (vorab mit dem Tierarzt klären) und natürlich die Medikamente, die dein Hund eventuell sowieso regelmäßig benötigt.

Checkliste Hundekoffer

Dein Hund hat schon mehr im Koffer als du, aber du hast immer noch das Gefühl, es fehlt etwas?
Hier ist eine Checkliste:
EU-Heimtierausweis, Kopie der Haftpflichtversicherung, Kopie der Krankenversicherung (wenn vorhanden), Wasser- und Futternapf, Körbchen, Decken, Kühldecke bei Wärme, Thermodecke bei Kälte, Handtücher, 2x Geschirr und/oder Halsband, 2x Leine, eventuell Schleppleine, Maulkorb, Kotbeutel, Futter, Kauartikel, Leckerchen, Spielzeug, Futterdummy, eventuell Hundemantel, Pflegeutensilien (Bürste, Shampoo, Krallenzange), Reiseapotheke, eventuell spezielle Ausrüstung (Pfotenschuhe, Sicherheitsgeschirr, Schwimmweste)

Die Fahrt

Endlich geht es los. Damit die Fahrt zum Urlaubsort reibungslos verläuft, verstaue folgende Utensilien griffbereit im Auto:
EU-Heimtierausweis, Leine, Wasser und Wassernapf, Leckereren für die Fahrt und Dinge, die du individuell für deinen Hund benötigst, wie zum Beispiel Medikamente.

Viel Spaß im Urlaub !

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Über die Autorin

Quelle: Alexandra Hansch

Alexandra Hansch ist geboren und aufgewachsen in Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen. Dort betreibt sie die Hundeschule „Freizeit mit Hund“. Von Kindesbeinen an haben Hunde und deren Verhalten Alexandra interessiert. Ihr Kynologisches Wissen hat sie sich in einer Ausbildung zur Hundepsychologin n.T.R und Hundetrainerin an der Kölner Hundeakademie sowie in vielen weiteren Seminaren angeeignet. Sie ist Mitglied der Bildungsgemeinschaft Hund und Hundetrainer-Gemeinschaft „Trainieren statt dominieren“.
Um auch die Hundehalter kompetent anleiten zu können, hat Alexandra die Ausbildereignungsprüfung IHK absolviert und andere Weiterbildungen in der Erwachsenenpädagogik besucht.
Sie bietet Training, Workshops und Seminare zu unterschiedlichen Themen an, um dem Mensch-Hund-Team ein entspanntes Zusammenleben zu ermöglichen. Beim Training wird sie unterstützt von ihrer Beaglehündin Holly und dem Podenco-Terrier Mix Luca. In ihrer Freizeit ist sie am liebsten mit ihren Hunden und der Kamera früh morgens im Wald unterwegs.
Kontaktdaten:
Hundeschule & Verhaltenstraining Freizeit mit Hund
Alexandra Hansch
Buschstr. 36
33449 Langenberg
Tel: 0171-7275426
alexandrahansch@gmx.de
www.freizeit-mit-hund.com
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